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title: "AI Act in allen EU-Ländern: Spanien, Österreich und die EU-27"
description: "Der EU AI Act gilt auch in Spanien, Österreich und allen 27 EU-Staaten. Länderstatus zu Art. 50, Behörden, EWR, Schweiz und UK — Stand August 2026."
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# AI Act in allen EU-Ländern: Spanien, Österreich und die EU-27

> Der EU AI Act gilt auch in Spanien, Österreich und allen 27 EU-Staaten. Länderstatus zu Art. 50, Behörden, EWR, Schweiz und UK — Stand August 2026.

**Stand:** 2026-08-14 · **Kanonische Fassung:** https://kihinweis.de/ai-act/laender · **Sprache:** de

Herausgeber: kihinweis.de — unabhängiges Informationsportal zur KI-Kennzeichnungspflicht nach Art. 50 der KI-Verordnung (EU AI Act). Kein Angebot einer Behörde, keine Rechtsberatung.

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> **Kurz gesagt**
>
> **Ja: Der AI Act gilt in Spanien, Österreich und jedem anderen EU-Mitgliedstaat.** Artikel 50 ist seit dem 2. August 2026 in allen 27 EU-Staaten unmittelbar anwendbar. Unterschiedlich sind nicht die europäischen Kennzeichnungspflichten, sondern vor allem Behörden, Verfahren und sektorale Zuständigkeiten. Diese Übersicht trennt beides — mit Rechtsstand 14. August 2026.

Wer nach „AI Act in jedem europäischen Land“ sucht, muss zuerst eine wichtige Grenze ziehen: **EU** ist nicht dasselbe wie **Europa**. Für die 27 EU-Mitgliedstaaten gibt es eine klare gemeinsame Rechtsgrundlage. Norwegen, Island und Liechtenstein gehören zum EWR, aber nicht zur EU; die Schweiz und das Vereinigte Königreich haben nochmals einen anderen Status.

Diese Seite beantwortet deshalb zwei getrennte Fragen:

1. **Gilt Artikel 50?** In allen 27 EU-Staaten: ja.
2. **Wer vollzieht ihn?** Das richtet sich nach dem nationalen und sektoralen Behördenmodell — und einige dieser Modelle waren am 14. August 2026 noch im Gesetzgebungsverfahren.

## Eine Verordnung, nicht 27 verschiedene Kennzeichnungsgesetze

Eine EU-Verordnung gilt unmittelbar. Deutschland, Spanien oder Österreich müssen Art. 50 nicht erst in ein nationales Kennzeichnungsgesetz übertragen. Nationale Durchführungsgesetze bleiben trotzdem wichtig: Sie bestimmen, welche Behörde Beschwerden annimmt, wer Kontrollen durchführt und wie Zuständigkeiten zwischen Produkt-, Finanz-, Datenschutz- oder Medienaufsicht verteilt sind Art. 70, 74 KI-VO.

Für die eigentliche Kennzeichnungsprüfung bleibt die Rollenverteilung überall gleich:

| Regel | Wer ist verpflichtet? | Was ist der EU-weite Kern? |
|---|---|---|
| Art. 50 Abs. 2 | **Anbieter** eines erfassten KI-Systems | bestimmte synthetische Ausgaben maschinenlesbar markieren, soweit technisch machbar |
| Art. 50 Abs. 4 UAbs. 1 | **Betreiber**, die ein KI-System beruflich in eigener Verantwortung nutzen | bei exponierten Bild-, Ton- oder Videoinhalten offenlegen, wenn sie ein Deepfake sind |
| Art. 50 Abs. 4 UAbs. 2 | Betreiber bestimmter KI-Textsysteme | bei veröffentlichtem Text offenlegen, wenn er die Öffentlichkeit über eine Angelegenheit von öffentlichem Interesse informieren soll — außer bei substanzieller menschlicher Prüfung oder redaktioneller Kontrolle mit tatsächlicher redaktioneller Verantwortung |

Eine maschinenlesbare Anbietermarkierung wie C2PA oder ein unsichtbares Wasserzeichen ersetzt die für Menschen wahrnehmbare Betreiber-Offenlegung nicht LL Rn. 117. Und umgekehrt erfüllt ein sichtbares Label nicht die technische Anbieterpflicht. Der [Walkthrough zu Artikel 50](https://kihinweis.de/ai-act/artikel-50) erklärt die Voraussetzungen im Detail.

> **Entwarnung — Kein eigenes Label für jedes EU-Land**
>
> Art. 50 verlangt keine spanische, österreichische oder polnische Sondergrafik. Wer denselben erfassten Inhalt in mehreren EU-Staaten zeigt, braucht nicht 27 Länderfassungen des Labels. Verständlichkeit, klare Zuordnung, Barrierefreiheit und der konkrete Expositionskontext bleiben aber zu prüfen — bei mehrsprachigem Publikum gegebenenfalls mit verständlichem Begleittext.

## Alle 27 EU-Staaten im Überblick

Die Tabelle trennt die sichere materielle Antwort von der veränderlichen Behördenfrage. „Nicht abschließend verifiziert“ bedeutet nicht, dass ein Staat keine Aufsicht hat. Es bedeutet nur, dass die geprüften amtlichen Quellen am Stichtag keine belastbare endgültige allgemeine Art.-70-Zuweisung hergaben. Eine veröffentlichte Liste von Grundrechtsbehörden nach Art. 77 ist dafür kein Ersatz.

| Staat | Gilt Art. 50? | Nachweisbarer nationaler Vollzugsstand am 14.08.2026 |
|---|:---:|---|
| <span id="belgien"></span>**Belgien** | **Ja** | Der [FÖD Wirtschaft](https://economie.fgov.be/en/themes/enterprises/ai-act) erläutert den AI Act. Eine endgültige allgemeine Art.-70-Zuweisung war auf der geprüften amtlichen Seite nicht dokumentiert. |
| <span id="bulgarien"></span>**Bulgarien** | **Ja** | Eine [amtliche Regierungsantwort](https://pitai.government.bg/application/17911/view) beschreibt das Ministerium für E-Government als federführend und die institutionelle Zuweisung noch als Arbeitsstand. Ein Abschlussnachweis wurde nicht gefunden. |
| <span id="daenemark"></span>**Dänemark** | **Ja** | Die [Digitalagentur](https://digst.dk/tilsyn/ai-forordningen/reglerne-i-ai-forordningen/gennemsigtighedsforpligtelser-for-visse-ai-systemer/) veröffentlicht aktuelle Hinweise zu Art. 50. Daraus folgt aber keine belegte ausschließliche oder abschließende landesweite Zuständigkeit. |
| <span id="deutschland"></span>**Deutschland** | **Ja** | Das KI-MIG gilt seit 29.07.2026. Die [Bundesnetzagentur](https://www.bundesnetzagentur.de/1112336) ist allgemeine Marktüberwachungsbehörde, zentrale Kontaktstelle und Koordinatorin, **soweit keine Spezialzuständigkeit greift**. [Deutschland-Details](https://kihinweis.de/ai-act/deutschland) |
| <span id="estland"></span>**Estland** | **Ja** | Die [TTJA](https://www.ttja.ee/ariklient/ohutus/tooted-teenused/tehisintellektisusteemid) beschreibt ihre Rolle als Anlaufstelle und Aufsicht. Die vollständige endgültige Zuständigkeitsverteilung ließ sich aus der Seite nicht sicher ableiten. |
| <span id="finnland"></span>**Finnland** | **Ja** | Die [Gesetze über die Befugnisse nationaler Aufsichtsbehörden](https://valtioneuvosto.fi/en/-/1410877/national-supervision-of-eu-artificial-intelligence-act-to-begin-laws-on-powers-of-authorities-to-take-effect-at-start-of-the-year) traten am 01.01.2026 in Kraft; die Aufsicht ist nach Sektoren verteilt. |
| <span id="frankreich"></span>**Frankreich** | **Ja** | Die [DGCCRF soll die Mehrbehördenaufsicht koordinieren](https://www.economie.gouv.fr/dgccrf/actualites-dgccrf/ia-la-dgccrf-coordonnera-laction-des-autorites-de-surveillance-en-france). Die amtliche Mitteilung stellte die parlamentarische Bestätigung des Modells noch aus. |
| <span id="griechenland"></span>**Griechenland** | **Ja** | Ein [im Juni 2026 konsultierter Entwurf](https://www.mindigital.gr/archives/8792) schlägt die Datenschutzbehörde als zentrale Marktüberwachung und Kontaktstelle vor. Das ist ein Entwurfs-, kein sicher belegter Endstand. |
| <span id="irland"></span>**Irland** | **Ja** | Irland hat [15 nationale zuständige Behörden](https://enterprise.gov.ie/en/news-and-events/department-news/2025/september/20250916.html) benannt. Ein [Gesetzentwurf von 2026](https://www.enterprise.gov.ie/en/news-and-events/department-news/2026/june/20260617.html) soll zusätzlich ein National AI Office schaffen. |
| <span id="italien"></span>**Italien** | **Ja** | [Gesetz Nr. 132/2025](https://www.gazzettaufficiale.it/atto/vediMenuHTML?atto.codiceRedazionale=25G00143&atto.dataPubblicazioneGazzetta=2025-09-25&tipoSerie=serie_generale&tipoVigenza=originario) benennt AgID und ACN als nationale KI-Behörden; die ACN übernimmt insbesondere Überwachung, Inspektion und Sanktionen. Sektorale Finanzaufsichten bleiben relevant. |
| <span id="kroatien"></span>**Kroatien** | **Ja** | Das Justizministerium veröffentlicht [Grundrechtsbehörden nach Art. 77](https://mpudt.gov.hr/news-25399/list-of-competent-authorities-under-artificial-inteligence-act-notified/29658). Diese Liste belegt nicht die allgemeine Marktüberwachung nach Art. 70; deren Endstand wurde nicht verifiziert. |
| <span id="lettland"></span>**Lettland** | **Ja** | Die [Kommission](https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/policies/market-surveillance-authorities-under-ai-act) führt das Verbraucherschutzzentrum PTAC als Marktüberwachungsbehörde. Sektorale Sonderzuständigkeiten können daneben bestehen. |
| <span id="litauen"></span>**Litauen** | **Ja** | Die [Kommission](https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/policies/market-surveillance-authorities-under-ai-act) führt die Kommunikationsregulierungsbehörde RRT als Marktüberwachungsbehörde. |
| <span id="luxemburg"></span>**Luxemburg** | **Ja** | Die Kommissionsliste nennt die CNPD ausdrücklich unter Vorbehalt der endgültigen Annahme; [Gesetzentwurf 8476](https://cnpd.gouvernement.lu/en/actualites.gouvernement2024%2Ben%2Bactualites%2Btoutes_actualites%2Bcommuniques%2B2026%2B01-janvier%2B20-margue-ai-act.html) beschreibt das geplante Mehrbehördenmodell. |
| <span id="malta"></span>**Malta** | **Ja** | Nach [Legal Notices 226/2025 und 227/2025](https://mdia.gov.mt/services/artificial-intelligence/) ist MDIA federführende Marktüberwachungsbehörde und zentrale Kontaktstelle; IDPC ist insbesondere für KI-Systeme der Strafverfolgung ebenfalls Marktüberwachungsbehörde. |
| <span id="niederlande"></span>**Niederlande** | **Ja** | Eine [Regierungskonsultation vom April 2026](https://www.rijksoverheid.nl/actueel/nieuws/2026/04/20/kabinet-zet-stap-met-toezicht-op-europese-ai-regels) schlägt die Datenschutzbehörde AP als Auffangaufsicht und die Koordinierung mit RDI vor. Der geprüfte Stand war ein Vorschlag. |
| <span id="oesterreich"></span>**Österreich** | **Ja** | RTR betreibt die gesetzliche KI-Servicestelle; die Datenschutzbehörde hat eigene Datenschutz- und besondere sektorale Kompetenzen. Eine endgültige allgemeine Art.-70-Zuweisung war aus den geprüften amtlichen Quellen nicht verifiziert. |
| <span id="polen"></span>**Polen** | **Ja** | Das [Gesetz vom 03.07.2026](https://www.dziennikustaw.gov.pl/DU/2026/1003) wurde am 27.07.2026 als Dz.U. 2026 poz. 1003 verkündet und gilt grundsätzlich seit 11.08.2026. Art. 5 benennt die Kommission für Entwicklung und Sicherheit künstlicher Intelligenz als Marktüberwachungsbehörde und zentrale Kontaktstelle; Art. 8–18 sowie die Kapitel 3–5, 8 und 9 treten erst am 28.10.2026 in Kraft. |
| <span id="portugal"></span>**Portugal** | **Ja** | Das [Regierungsportal](https://digital.gov.pt/pt/estrategia-digital/regulamentacao/ai-act/modelo-de-governacao) nennt ANACOM als portugiesische Vertretung in der Marktüberwachungs-Untergruppe des europäischen KI-Ausschusses. Das allein belegt keine ausschließliche allgemeine Art.-70-Zuständigkeit. |
| <span id="rumaenien"></span>**Rumänien** | **Ja** | Die Digitalisierungsbehörde veröffentlicht eine [Art.-77-Liste](https://www.adr.gov.ro/articole/lista-autoritatilor-publice-nationale-care-supravegheaza-sau-asigura-respectarea-obligatiilor-in-temeiul-dreptului-uniunii-care-protejeaza-drepturile-fundamentale-in-conformitate-cu-art-77-al-regulamentului-privind-inteligenta-artificiala). Sie beantwortet nicht, wer die allgemeine Art.-70-Marktüberwachung übernimmt. |
| <span id="schweden"></span>**Schweden** | **Ja** | Die [Regierung beauftragte](https://www.regeringen.se/regeringsuppdrag/2026/06/uppdrag-att-vara-nationella-behoriga-myndigheter-enligt-al-forordningen/) PTS, Datenschutzaufsicht IMY, Finanzaufsicht, Arzneimittelbehörde und Swedac als nationale zuständige Behörden. |
| <span id="slowakei"></span>**Slowakei** | **Ja** | Das zuständige [Ministerium erklärte im Mai 2026](https://mirri.gov.sk/aktuality/splnomocnenec-vlady-pre-ai/budovanie-dovery-v-ai-europska-komisia-otvara-konzultacie-k-pravidlam-transparentnosti-mirri-sr-vyzyva-slovenskych-expertov-na-zapojenie-sa/), die nationale Gesetzgebung werde finalisiert. Ein Abschlussnachweis wurde nicht gefunden. |
| <span id="slowenien"></span>**Slowenien** | **Ja** | Die Kommission nennt AKOS mit ausdrücklichem Vorbehalt der endgültigen Annahme; ein [nationaler Entwurf](https://e-uprava.gov.si/.download/edem/datoteka?disposition=inline&file=725891) liegt vor. |
| <span id="spanien"></span>**Spanien** | **Ja** | AESIA arbeitet als staatliche KI-Agentur. Ein [Organgesetzentwurf vom 26.05.2026](https://www.lamoncloa.gob.es/consejodeministros/referencias/paginas/2026/20260526-referencia-rueda-de-prensa-ministros.aspx) sieht sie als zentrale Marktüberwachung und Kontaktstelle neben sektoralen Behörden vor; der endgültige Gesetzesstand war nicht verifiziert. |
| <span id="tschechien"></span>**Tschechien** | **Ja** | Das [Industrie- und Handelsministerium](https://mpo.gov.cz/cz/rozcestnik/pro-media/tiskove-zpravy/novela-ai-aktu-a-nove-pokyny-upresnuji-pravidla-pro-vyuzivani-umele-inteligence--294150/) erläutert Art. 50 aktuell. Die Seite belegt keine endgültige allgemeine Art.-70-Zuweisung. |
| <span id="ungarn"></span>**Ungarn** | **Ja** | [Gesetz LXXV/2025](https://njt.hu/jogszabaly/2025-75-00-00) und [Regierungsverordnung 344/2025](https://njt.hu/jogszabaly/2025-344-20-22) regeln Marktüberwachung, Kontaktstelle und notifizierende Funktion. Sektorale Zuständigkeiten bleiben möglich. |
| <span id="zypern"></span>**Zypern** | **Ja** | Die [Kommission](https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/policies/market-surveillance-authorities-under-ai-act) führt den Commissioner of Communications als Marktüberwachungsbehörde. |

> **Achtung — Eine offene Behördenfrage verschiebt Art. 50 nicht**
>
> Wenn ein nationales Durchführungsgesetz noch beraten wird oder eine amtliche Liste veraltet ist, gilt die europäische Pflicht trotzdem. Unsicher kann sein, **welche** Behörde einen konkreten Fall bearbeitet — nicht, ob Spanien, Österreich oder ein anderer EU-Staat Art. 50 anwenden muss. Für eine Beschwerde oder ein reguliertes Produkt sollte die aktuelle sektorale Zuständigkeit unmittelbar vor Einreichung noch einmal geprüft werden.

## Deutschland: KI-MIG und Bundesnetzagentur

Deutschland hat mit dem KI-MIG seit dem 29. Juli 2026 eine eigene Behörden- und Verfahrensordnung. Die materiellen Pflichten bleiben EU-Recht; eine besondere deutsche KI-Kennzeichnung gibt es nicht. Zuständigkeiten, zentrale Beschwerdestelle und die Ausnahmen für Produkt-, Finanz-, Landes- und Medienaufsicht erklärt der eigenständige Überblick [EU AI Act in Deutschland](https://kihinweis.de/ai-act/deutschland).

## Österreich: AI Act gilt, RTR ist die Servicestelle

Auch in Österreich ist die Antwort eindeutig: Art. 50 gilt seit dem 2. August 2026. Die österreichische Besonderheit liegt beim Behördenaufbau.

Nach § 20c KommAustria-Gesetz betreibt RTR eine **KI-Servicestelle**. Sie informiert, berät und bündelt Wissen. Aus dieser Funktion folgt aber nicht automatisch, dass RTR die allgemeine Marktüberwachungsbehörde für jeden Art.-50-Verstoß ist. Die österreichische Datenschutzbehörde bleibt für Datenschutz zuständig und verweist zudem auf besondere Marktüberwachungsbefugnisse in den in Art. 74 Abs. 8 KI-VO genannten Bereichen.

Die allgemeine Art.-70-Zuweisung war auf den geprüften amtlichen Seiten am 14. August 2026 nicht abschließend verifiziert. Das ist bewusst enger formuliert als „Österreich hat keine Behörde“: Eine öffentlich nicht eindeutig belegte Zuweisung und das Fehlen einer zuständigen Stelle sind zwei verschiedene Aussagen.

## Gilt der AI Act in Spanien?

**Ja.** Spanien ist EU-Mitglied, deshalb gilt die KI-Verordnung dort unmittelbar. Art. 50 ist seit dem 2. August 2026 anwendbar — unabhängig davon, ob das spanische Durchführungsgesetz bereits abgeschlossen ist.

AESIA, die staatliche spanische KI-Agentur, besteht und veröffentlicht selbst Informationen zu Art. 50. Am 26. Mai 2026 billigte der Ministerrat einen Organgesetzentwurf für die parlamentarische Beratung. Er sieht AESIA als zentrale Marktüberwachungsbehörde und Kontaktstelle vor; daneben sollen etwa Datenschutz- und Justizstellen sektorale Aufgaben behalten. Der Entwurf ist ein wichtiger Beleg für das geplante Modell, aber kein Beleg dafür, dass seine endgültige Fassung am Prüfdatum bereits verkündet war.

Für ein deutsches Unternehmen bedeutet das: Ein in Spanien ausgespielter, erfasster Deepfake bekommt nicht wegen des Ziellands eine andere Art.-50-Prüfung. Sprache und Präsentationskontext müssen verständlich sein; für Aufsicht, Beschwerdeweg und ergänzendes spanisches Recht kann dagegen das spanische Behördenmodell entscheidend werden.

## Was gilt im EWR, in der Schweiz und im UK?

| Gebiet | Status am 14.08.2026 | Praktische Folge |
|---|---|---|
| **Island, Liechtenstein, Norwegen** | Die EFTA führt die KI-Verordnung als EWR-relevant, aber noch „under scrutiny for incorporation“; der Beschluss des Gemeinsamen EWR-Ausschusses stand aus. | Nicht so darstellen, als gelte die Verordnung dort schon automatisch kraft EWR-Abkommens. Art. 2 kann bei relevantem EU-Bezug dennoch greifen. |
| **Schweiz** | Nach der Bundeskanzlei gibt es noch kein umfassendes horizontales Schweizer KI-Spezialgesetz; eine Vernehmlassungsvorlage ist bis Ende 2026 angekündigt. | Kein automatisches Schweizer Binnenrecht. Schweizer Anbieter oder Betreiber können über Art. 2 erfasst sein, etwa wenn der Output in der EU verwendet wird. |
| **Vereinigtes Königreich** | Das UK ist kein EU-Mitglied. Eine britische Regierungsunterlage hielt fest, dass weitergehende Anwendung über den Windsor-Rahmen in Nordirland einen Beschluss des Gemeinsamen Ausschusses erfordern würde und bis Januar 2026 nicht beschlossen war. | Kein pauschales britisches Binnenrecht. UK-Unternehmen können bei Bereitstellung auf dem EU-Markt oder Nutzung ihres Outputs in der EU unter Art. 2 fallen; britisches Datenschutz- und Sektorrecht bleibt daneben zu prüfen. |

Der räumliche Anwendungsbereich ist also nicht allein eine Sitzfrage. Art. 2 kann auch Anbieter und Betreiber aus Drittstaaten erfassen, wenn der gesetzlich bestimmte Bezug zur EU besteht. Umgekehrt macht eine rein europäische Adresse ein Land nicht zum EU-Mitglied.

## So prüfst du einen grenzüberschreitenden Fall

1. **EU-Bezug klären.** Wo sitzt der Anbieter oder Betreiber, wo wird das System angeboten und wo wird sein Output verwendet?
2. **Rolle bestimmen.** Anbieter nach Abs. 2 und Betreiber nach Abs. 4 haben verschiedene Pflichten. Ein Plattform- oder Generator-Signal erledigt die Betreiberpflicht nicht.
3. **Inhalt prüfen.** Bei Bild, Ton und Video muss ein Deepfake vorliegen. Bei Text müssen Veröffentlichung, Öffentlichkeitsinformation und öffentliches Interesse zusammenkommen; eine nur oberflächliche menschliche Kontrolle begründet die Ausnahme nicht LL Rn. 133–136.
4. **Offenlegung am Expositionsort prüfen.** Sie muss klar, unterscheidbar und verständlich sein. Metadaten allein reichen für Abs. 4 nicht.
5. **Behörde erst dann zuordnen.** Maßgeblich sind System, Produktbereich, Betreibersektor und aktueller nationaler Verfahrensstand — nicht bloß das Land im Domainnamen.

Die Länderübersicht ist eine Momentaufnahme der amtlich belegbaren Zuständigkeiten. Sie ersetzt keine Einzelfallprüfung und keine aktuelle Behördenabfrage vor einem Verfahren. Für die praktische Offenlegung geht es unter [Wie kennzeichnen?](https://kihinweis.de/ki-kennzeichnung/wie) weiter; die rechtlichen Auslöser stehen vollständig unter [Artikel 50](https://kihinweis.de/ai-act/artikel-50).

## Häufige Fragen

### Gilt der AI Act in Spanien?

Ja. Spanien ist EU-Mitglied, deshalb gilt die KI-Verordnung dort unmittelbar. Artikel 50 ist seit dem 2. August 2026 anwendbar. Das spanische Organgesetz ordnet vor allem Behörden, Verfahren und Sanktionen; sein im Mai 2026 eingebrachter Entwurf war zum Prüfdatum noch nicht als endgültig verkündet verifiziert. AESIA arbeitet bereits als staatliche KI-Agentur.

### Gilt der AI Act in Österreich?

Ja. Artikel 50 gilt in Österreich genauso unmittelbar wie in Deutschland. RTR betreibt die gesetzliche KI-Servicestelle, ist dadurch aber nicht automatisch die allgemeine Marktüberwachungsbehörde. Welche Behörde einen konkreten Fall bearbeitet, hängt von der allgemeinen und sektoralen Zuständigkeitsordnung ab.

### Gelten in allen 27 EU-Staaten dieselben Kennzeichnungspflichten?

Der materielle Kern von Artikel 50 ist EU-weit derselbe: Anbieterpflichten nach Absatz 2 und Betreiberpflichten nach Absatz 4 ändern sich nicht mit dem EU-Land. Unterschiedlich sind vor allem zuständige Behörden, nationale Verfahren, sektorale Aufteilung und ergänzendes nationales Recht.

### Gilt der AI Act schon in Norwegen, Island und Liechtenstein?

Nicht automatisch wie in einem EU-Mitgliedstaat. Laut EFTA befand sich die KI-Verordnung am 14. August 2026 noch in der Prüfung zur Übernahme in das EWR-Abkommen; der Beschluss des Gemeinsamen EWR-Ausschusses stand aus. Bei einem Bezug zum EU-Markt kann der räumliche Anwendungsbereich aus Artikel 2 dennoch greifen.

### Gilt der AI Act in der Schweiz oder im Vereinigten Königreich?

Nicht als eigenes Binnenrecht allein wegen der europäischen Lage. Unternehmen aus der Schweiz oder dem Vereinigten Königreich können aber nach Artikel 2 erfasst sein, etwa wenn sie KI-Systeme in der EU anbieten oder deren Output in der EU verwendet wird. Daneben gilt das jeweilige nationale Recht.

### Muss in jedem EU-Land jedes KI-Bild gekennzeichnet werden?

Nein. Artikel 50 Absatz 4 Unterabsatz 1 erfasst bei Betreibern Bild-, Ton- und Videoinhalte nur, wenn sie die Deepfake-Definition erfüllen. Eine pauschale Pflicht für jedes KI-Bild gibt es nicht. Für bestimmte veröffentlichte Texte gelten eigene Voraussetzungen und eine eng gefasste Ausnahme bei substanzieller menschlicher Prüfung oder redaktioneller Kontrolle mit tatsächlicher redaktioneller Verantwortung.

### Ist in Deutschland immer die Bundesnetzagentur zuständig?

Nein. Nach dem KI-MIG ist die Bundesnetzagentur die allgemeine Marktüberwachungsbehörde, zentrale Kontaktstelle und Koordinatorin, soweit keine speziellere Zuständigkeit greift. Für regulierte Produkte, Finanzmarkt, Datenschutz, Medien und weitere Sektoren können andere Behörden zuständig sein.

## Quellen

- [Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-VO), konsolidierter deutscher Text vom 27.07.2026, insbesondere Art. 2, 50, 70, 74, 77 und 99](https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:02024R1689-20260727)
- [Europäische Kommission: AI Act Governance and Enforcement, aktualisiert am 07.08.2026](https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/policies/ai-act-governance-and-enforcement)
- [Europäische Kommission: nationale Marktüberwachungsbehörden, Listenstand 26.09.2025](https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/policies/market-surveillance-authorities-under-ai-act)
- [AI Act Service Desk: Artikel 70 — nationale zuständige Behörden und zentrale Kontaktstelle](https://ai-act-service-desk.ec.europa.eu/en/ai-act/article-70)
- [Europäische Union: amtliche Liste der 27 EU-Mitgliedstaaten](https://european-union.europa.eu/principles-countries-history/eu-countries_en)
- [Europäische Kommission: Arten des EU-Rechts — Verordnungen gelten unmittelbar](https://commission.europa.eu/law/law-making-process/types-eu-law_en)
- [Europäische Kommission: Leitlinien zu Art. 50, C(2026) 5054 final vom 20.07.2026](https://ec.europa.eu/newsroom/dae/redirection/document/131215)
- [Belgien, FÖD Wirtschaft: AI Act](https://economie.fgov.be/en/themes/enterprises/ai-act)
- [Bulgarien, Regierungsportal: amtliche Antwort zum institutionellen Modell](https://pitai.government.bg/application/17911/view)
- [Dänemark, Digitaliseringsstyrelsen: Transparenzpflichten nach Art. 50](https://digst.dk/tilsyn/ai-forordningen/reglerne-i-ai-forordningen/gennemsigtighedsforpligtelser-for-visse-ai-systemer/)
- [Deutschland: Gesetz zur Durchführung der KI-Verordnung (KI-MIG)](https://www.gesetze-im-internet.de/ki-mig/BJNR0DF0B0026.html)
- [Deutschland, Bundesnetzagentur: Zuständigkeiten nach dem KI-MIG, 29.07.2026](https://www.bundesnetzagentur.de/1112336)
- [Estland, TTJA: Tehisintellektisüsteemid](https://www.ttja.ee/ariklient/ohutus/tooted-teenused/tehisintellektisusteemid)
- [Finnische Regierung: Start der nationalen AI-Act-Aufsicht zum 01.01.2026](https://valtioneuvosto.fi/en/-/1410877/national-supervision-of-eu-artificial-intelligence-act-to-begin-laws-on-powers-of-authorities-to-take-effect-at-start-of-the-year)
- [Frankreich, DGCCRF: geplante Koordinierung der Marktüberwachung](https://www.economie.gouv.fr/dgccrf/actualites-dgccrf/ia-la-dgccrf-coordonnera-laction-des-autorites-de-surveillance-en-france)
- [Griechenland, Ministerium für digitale Governance: Konsultation zum Durchführungsgesetz, 23.06.2026](https://www.mindigital.gr/archives/8792)
- [Irland, Department of Enterprise: Benennung von 15 nationalen zuständigen Behörden](https://enterprise.gov.ie/en/news-and-events/department-news/2025/september/20250916.html)
- [Irland, Department of Enterprise: Regulation of Artificial Intelligence Bill 2026](https://www.enterprise.gov.ie/en/news-and-events/department-news/2026/june/20260617.html)
- [Italien, Gazzetta Ufficiale: Gesetz Nr. 132/2025](https://www.gazzettaufficiale.it/atto/vediMenuHTML?atto.codiceRedazionale=25G00143&atto.dataPubblicazioneGazzetta=2025-09-25&tipoSerie=serie_generale&tipoVigenza=originario)
- [Kroatien, Justizministerium: nach Art. 77 gemeldete Grundrechtsbehörden](https://mpudt.gov.hr/news-25399/list-of-competent-authorities-under-artificial-inteligence-act-notified/29658)
- [Lettland: Verbraucherschutzzentrum PTAC](https://www.ptac.gov.lv/lv)
- [Litauen: Kommunikationsregulierungsbehörde RRT](https://rrt.lt/)
- [Luxemburg, Regierung und CNPD: Gesetzentwurf 8476 zum nationalen AI-Act-Modell](https://cnpd.gouvernement.lu/en/actualites.gouvernement2024%2Ben%2Bactualites%2Btoutes_actualites%2Bcommuniques%2B2026%2B01-janvier%2B20-margue-ai-act.html)
- [Malta, MDIA: Legal Notices 226/2025 und 227/2025 zu Marktüberwachung und Kontaktstelle](https://mdia.gov.mt/services/artificial-intelligence/)
- [Niederlande, Regierung: Konsultation zum Aufsichtsmodell, 20.04.2026](https://www.rijksoverheid.nl/actueel/nieuws/2026/04/20/kabinet-zet-stap-met-toezicht-op-europese-ai-regels)
- [Österreich, Digital Austria: Umsetzung des AI Act und KI-Servicestelle](https://www.digitalaustria.gv.at/themen/kuenstliche-intelligenz/ai-act.html)
- [Österreich, Datenschutzbehörde: FAQ zu KI und Datenschutz](https://dsb.gv.at/faqs/faqs-zum-thema-ki-und-datenschutz)
- [Österreich, RIS: § 20c KommAustria-Gesetz — KI-Servicestelle bei RTR](https://www.ris.bka.gv.at/NormDokument.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20001213&Paragraf=20c)
- [Polen, Dziennik Ustaw: Gesetz über Systeme künstlicher Intelligenz, Dz.U. 2026 poz. 1003, verkündet am 27.07.2026](https://www.dziennikustaw.gov.pl/DU/2026/1003)
- [Polen, Sejm-ELI: Gesetzesdatensatz mit gestuften Inkrafttretensdaten](https://api.sejm.gov.pl/eli/acts/DU/2026/1003)
- [Polnisches Präsidialamt: Unterzeichnung des Gesetzes am 24.07.2026](https://t.prezydent.pl/prawo/ustawy-podpisane/ustawy-podpisane-w-lipcu-2026-r%2C122839)
- [Portugal, Regierungsportal: nationales Governance-Modell zum AI Act](https://digital.gov.pt/pt/estrategia-digital/regulamentacao/ai-act/modelo-de-governacao)
- [Rumänien, Digitalisierungsbehörde ADR: nach Art. 77 gemeldete Grundrechtsbehörden](https://www.adr.gov.ro/articole/lista-autoritatilor-publice-nationale-care-supravegheaza-sau-asigura-respectarea-obligatiilor-in-temeiul-dreptului-uniunii-care-protejeaza-drepturile-fundamentale-in-conformitate-cu-art-77-al-regulamentului-privind-inteligenta-artificiala)
- [Schwedische Regierung: Auftrag an nationale zuständige Behörden, 12.06.2026](https://www.regeringen.se/regeringsuppdrag/2026/06/uppdrag-att-vara-nationella-behoriga-myndigheter-enligt-al-forordningen/)
- [Slowakei, MIRRI: Art. 50 und laufende nationale Gesetzgebung, Mai 2026](https://mirri.gov.sk/aktuality/splnomocnenec-vlady-pre-ai/budovanie-dovery-v-ai-europska-komisia-otvara-konzultacie-k-pravidlam-transparentnosti-mirri-sr-vyzyva-slovenskych-expertov-na-zapojenie-sa/)
- [Slowenien: amtlicher Entwurf des nationalen Durchführungsgesetzes](https://e-uprava.gov.si/.download/edem/datoteka?disposition=inline&file=725891)
- [Spanien, Ministerrat: Entwurf des Organgesetzes zur AI-Act-Governance, 26.05.2026](https://www.lamoncloa.gob.es/consejodeministros/referencias/paginas/2026/20260526-referencia-rueda-de-prensa-ministros.aspx)
- [Spanien, AESIA: Art. 50 und Code of Practice](https://aesia.digital.gob.es/es/actualidad/ria-articulo-50-abierto-el-plazo-de-firma-del-codigo-de-buenas-practicas)
- [Tschechien, Industrie- und Handelsministerium: Art. 50 und Digital Omnibus, 29.07.2026](https://mpo.gov.cz/cz/rozcestnik/pro-media/tiskove-zpravy/novela-ai-aktu-a-nove-pokyny-upresnuji-pravidla-pro-vyuzivani-umele-inteligence--294150/)
- [Ungarn: Gesetz LXXV/2025 zur Durchführung der KI-Verordnung](https://njt.hu/jogszabaly/2025-75-00-00)
- [Ungarn: Regierungsverordnung 344/2025 zur nationalen Behördenstruktur](https://njt.hu/jogszabaly/2025-344-20-22)
- [EFTA: Status der KI-Verordnung zur Übernahme in das EWR-Abkommen](https://www.efta.int/eea-lex/32024r1689)
- [Schweizer Bundeskanzlei: Regulierung künstlicher Intelligenz](https://www.bk.admin.ch/en/regulation)
- [Vereinigtes Königreich: Explanatory Memorandum zum EU Digital Omnibus und zur Reichweite des AI Act](https://assets.publishing.service.gov.uk/media/69a1ca8fec82ce45f05bd714/MN_SIGNED_Explanatory_Memorandum_-_COM_2025_836_Digital_Omnibus_on_AI_1.pdf)
