# Leonardo-AI-Bilder kennzeichnen: Was ein Dateitest zeigt

> Drei geprüfte Leonardo-Dateien enthielten keine Metadaten oder Content Credentials. Warum das kein Produktbeweis ist und was du selbst prüfen solltest.

**Stand:** 2026-08-07 · **Kanonische Fassung:** https://kihinweis.de/ki-kennzeichnung/leonardo-ai · **Sprache:** de

Herausgeber: kihinweis.de — unabhängiges Informationsportal zur KI-Kennzeichnungspflicht nach Art. 50 der KI-Verordnung (EU AI Act). Kein Angebot einer Behörde, keine Rechtsberatung.

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> **Kurz gesagt**
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> Ein redaktioneller Stichprobentest fand in drei konkreten Leonardo-Ausgabedateien bis zum 23. Juli 2026 weder C2PA noch EXIF, XMP oder IPTC. Das ist ein enger **n=3-Befund**, keine Aussage über alle Leonardo-Modelle, Tarife, Formate oder spätere Exporte. Prüf deshalb deine eigene Datei und die sichtbare Offenlegung getrennt — ein fehlendes Credential ist weder Produktbeweis noch Herkunftsnachweis.

Bei Leonardo sind zwei Fragen auseinanderzuhalten: Welche technischen Signale trägt **deine konkrete Datei**, und brauchst **du als Betreiber** für ihren konkreten Einsatz eine wahrnehmbare Offenlegung? Ein kleiner Dateitest kann die erste Frage nur für sein Sample beantworten. Zur zweiten führt der [Überblick zur KI-Kennzeichnungspflicht](https://kihinweis.de/ki-kennzeichnung); die Abgrenzung realistischer Inhalte erklärt der [Schnell-Check zu den Ausnahmen](https://kihinweis.de/ki-kennzeichnung/ausnahmen).

## Was der kleine Dateitest tatsächlich zeigt

Der frühere redaktionelle Test beschrieb drei direkt vom Leonardo-CDN bezogene Dateien:

| getestete Datei | angegebener Modell-/Dateistand | beobachtete Containerdaten |
|---|---|---|
| JPEG | Phoenix 1.0, 23.07.2026 | nur APP0/JFIF |
| JPEG | Phoenix 0.9, 21.12.2025 | nur APP0/JFIF |
| PNG | als „Default“ bezeichnet, 24.02.2025 | nur IHDR, IDAT und IEND |

Die berichtete Byte-Suche fand in diesen drei Dateien keine Zeichenketten oder Blöcke für C2PA/JUMBF, EXIF, XMP, IPTC oder „Leonardo“. Mehr belegt der Test nicht.

> **Achtung — Der Stichprobentest ist kein reproduzierbarer Produkttest**
>
> Mit dieser Seite werden weder Originaldateien noch kryptografische Hashes, Rohprotokolle oder vollständige Modell-, Tarif-, UI/API- und Exportparameter veröffentlicht. Der Befund kann deshalb nicht unabhängig nachgestellt werden. Vor allem lässt sich n=3 nicht auf Videos, andere Modelle, Drittmodelle, API-Exporte, Paid-Tarife oder Dateien nach dem 23. Juli 2026 übertragen. Öffentlich nicht dokumentiert ist **nicht** dasselbe wie technisch nicht vorhanden.

Auch aus der API folgt keine Universalbehauptung. Der frühere Link zur „Create a Generation“-Referenz war veraltet und lieferte am Prüftag 404; aktuell dokumentiert Leonardo unter anderem den v2-Endpunkt <code>POST /api/rest/v2/generations</code>. Dass dessen Request-Schema keine nutzerseitige Provenienzoption ausweist, beweist nicht, dass der Server dem Output keine Signale hinzufügen kann.

## Die Dezemberfrist ist keine JFIF-Regel

Art. 50 trennt die maschinenlesbare Anbieterkennzeichnung von der für Menschen wahrnehmbaren Betreiber-Offenlegung. Für generative Systeme, die vor dem 2. August 2026 in Verkehr gebracht wurden, gilt die Anbieterpflicht nach Art. 111 Abs. 4 ab dem 2. Dezember 2026.

- **23.07.2026** (eingetreten): **Jüngste Datei im kleinen Sample.** In genau dieser Phoenix-1.0-Datei wurde kein Credential gefunden. Der Befund sagt nichts über spätere Ausgaben.
- **02.08.2026** (eingetreten): **Art. 50 wird anwendbar.** Betreiber müssen erfasste Deepfakes in ihrem konkreten beruflichen Einsatz wahrnehmbar offenlegen; bloßes berufliches Weitergeben macht eine Person nicht automatisch zum Betreiber.
- **02.12.2026** (steht bevor): **Übergangsfrist für bestimmte Bestandssysteme endet.** Dann muss der Anbieter die qualifizierten Anforderungen aus Art. 50 Abs. 2 erfüllen. Daraus folgt nicht, dass jede einzelne Datei zwingend ein eingebettetes C2PA-Manifest enthalten muss.

Die Verordnung schreibt keine bestimmte Dateistruktur vor. Sie verlangt, soweit technisch machbar, wirksame, interoperable, robuste und zuverlässige maschinenlesbare Erkennbarkeit. Deshalb lässt sich aus einer einzelnen metadatenarmen JFIF-Datei weder vor noch nach dem 2. Dezember ein Rechtsverstoß diagnostizieren.

## Bild und Video nicht vermischen

Auch beim sichtbaren Wasserzeichen ist nur eine enge Aussage belegt: In einem getesteten Free-Phoenix-Bild war kein Logo sichtbar. Eine Herstellerquelle für ein produktweit wasserzeichenfreies Free-Bildangebot liegt nicht vor.

Für **Videos** dokumentiert Leonardo dagegen ausdrücklich, dass wasserzeichenfreie Generierung einen Paid-Plan erfordert. Ein Befund zu einem Bildmodell darf deshalb nicht auf Motion- oder Videoausgaben übertragen werden. Kontrolliere Format, Modell, Tarif und Exportweg jeweils am finalen Ergebnis.

## Rechte und Öffentlichkeit sind eine eigene Baustelle

Nach den Live-Terms vom 19. Januar 2026 werden Paid-Nutzern die Rechte an ihren Outputs zugewiesen. Bei Free-Outputs ordnen die Bedingungen das IP Leonardo zu. Leonardos aktuelle Commercial-Usage-Hilfe erlaubt dennoch sowohl Free- als auch Paid-Nutzern, ihre eigenen Generierungen kommerziell zu verwenden. Eigentumszuordnung und kommerzielle Lizenz sind also nicht dasselbe.

Die Sichtbarkeitseinstellungen sind ebenfalls tarifabhängig: Private Generierung ist eine Paid-Funktion; öffentliche Inhalte können nach den Bedingungen weitgehend von Leonardo und anderen Nutzern verwendet werden. Das ist für vertrauliche Kundenprojekte oft wichtiger als ein Logo.

Die Hilfeseite nennt einen Paid-Plan für das Löschen **einzelner** Generierungen. Das bedeutet nicht, dass eine vollständige Kontolöschung ausgeschlossen ist: Dafür dokumentiert Leonardo einen separaten Prozess, der Kontodaten und Inhalte betrifft. Prüfe dennoch vor vertraulichen Projekten, ob Öffentlichkeit, Lizenz und Löschweg zu deinem Auftrag passen.

## Fehlende Metadaten sagen wenig über Plattformlabels

Findet ein Prüfer in deiner Datei kein C2PA-Manifest, steht für diese Datei kein nachgewiesener eingebetteter C2PA-Auslöseweg zur Verfügung. Daraus folgt aber nicht, dass Plattformen sie niemals automatisch kennzeichnen. Je nach Dienst kommen Eigendeklaration, eigene Generierungswerkzeuge, weitere technische Signale oder Erkennungsverfahren hinzu.

Ebenso wenig beweist ein gefundenes Credential automatisch die vollständige rechtliche Konformität oder die Wahrheit des dargestellten Inhalts. Es dokumentiert Claims und Provenienz innerhalb seines Vertrauensmodells. Ein fehlendes Credential beweist umgekehrt keine menschliche Herkunft.

## C2PA kann fortgeschrieben oder wieder zugeordnet werden

C2PA 2.4 kennt eingebettete und extern referenzierte Manifeste. C2PA-fähige Werkzeuge können bei einer Bearbeitung neue Manifeste anlegen und frühere Dateien als Ingredients referenzieren. Soft Bindings können darüber hinaus helfen, eine externe Content Credential nach Entfernung eingebetteter Metadaten wieder zuzuordnen.

Nicht C2PA-fähige Bearbeitung **kann** ein Manifest verlieren lassen; sie muss das nicht in jedem Workflow tun. Auch ein sichtbares Pixel-Label ist robust, aber nicht unzerstörbar: Crop, Reframing, Retusche oder Überdeckung können es entfernen.

## So prüfst du deine konkrete Datei

Diese Werkzeuge beantworten eine begrenzte technische Frage:

1. Ein C2PA-Verifier meldet, ob ein Content Credential gefunden und wie es validiert wurde.
2. `exiftool -a -G1 bild.jpg` zeigt klassische Metadatengruppen.
3. `c2patool bild.jpg` prüft gezielt auf ein C2PA-Manifest.

„No Content Credentials“ bedeutet nur, dass der Prüfer kein zuordenbares Credential gefunden hat. Es bedeutet nicht „nachweislich ohne KI erzeugt“. Umgekehrt ersetzt ein vorhandenes Credential nicht die sichtbare Offenlegung, wenn dein realistisches Bild als Deepfake erfasst ist.

Die Deepfake-Definition umfasst nicht nur bestehende Personen, Orte oder Ereignisse. Auch eine realistische fiktive menschliche Persona kann erfasst sein, wenn sie künstlich erzeugt wurde und fälschlich authentisch erscheint (LL Rn. 113). Fantasy-Motive oder klar stilisierte Figuren fallen nicht allein wegen ihrer KI-Herkunft darunter.

**Die Datei prüfen — und den sichtbaren Hinweis getrennt entscheiden**

Kontrolliere zuerst, ob dein konkreter Export bereits einen verständlichen sichtbaren Hinweis trägt. Fehlt er bei einem offenzulegenden Deepfake, zieh das Bild in den Editor und ergänze das amtliche EU-Label oder einen eigenen klaren KI-Hinweis. Prüf danach auch Crops und Plattformfassungen.

[Zum Editor](https://kihinweis.de/editor)

## Häufige Fragen

### Kennzeichnet Leonardo AI seine Bilder maschinenlesbar?

Für das gesamte Produkt ist das öffentlich nicht verifizierbar. Ein kleiner redaktioneller Test von drei konkreten Dateien bis 23.07.2026 fand weder C2PA noch EXIF, XMP oder IPTC. Ohne veröffentlichte Originaldateien, Hashes und vollständige Exportparameter ist dieser n=3-Befund nicht unabhängig reproduzierbar und darf nicht auf andere Modelle, Tarife, Formate oder spätere Ausgaben übertragen werden.

### Ist eine Leonardo-Datei ohne eingebettete Metadaten rechtswidrig?

Das lässt sich an einer einzelnen Datei nicht feststellen. Für vor dem 02.08.2026 in Verkehr gebrachte Systeme gilt Art. 50 Abs. 2 nach Art. 111 Abs. 4 ab dem 02.12.2026. Die Anbieterpflicht ist aber technikneutral und nach Machbarkeit, Wirksamkeit, Interoperabilität, Robustheit und Zuverlässigkeit qualifiziert; sie verlangt nicht zwingend in jeder Datei denselben eingebetteten Metadatenblock.

### Hat der Leonardo-Free-Tarif ein Wasserzeichen?

Produktweit ist das nicht belegt. In einem getesteten Free-Phoenix-Bild war kein sichtbares Logo erkennbar; daraus folgt nichts für andere Bildmodelle oder Tarife. Für Videos dokumentiert Leonardo ausdrücklich, dass wasserzeichenfreie Generierung einen Paid-Plan erfordert. Bild- und Videoausgaben müssen deshalb getrennt betrachtet werden.

### Bekommen Leonardo-Bilder auf Plattformen automatisch ein KI-Label?

Das hängt von der Plattform und ihren Signalen ab. Fehlt in einer konkreten Testdatei ein C2PA-Manifest, steht nur dieser eine Auslöseweg nicht zur Verfügung. Plattformen können zusätzlich Eigendeklarationen, eigene Generatoren, Erkennung oder andere Signale nutzen. Aus fehlenden Metadaten folgt deshalb weder sicher ein Auto-Label noch sicher dessen Ausbleiben.

### Was bedeuten die Free- und Paid-Rechte bei Leonardo?

Nach den aktuellen Terms werden Paid-Nutzern Rechte an ihren Outputs zugewiesen; bei Free-Outputs liegt das IP bei Leonardo. Die aktuelle Commercial-Usage-Hilfe erlaubt dennoch, eigene Free- wie Paid-Generierungen kommerziell zu verwenden. Öffentliche Generierungen können weit lizenziert sein, private Generierung ist eine Paid-Funktion. Prüfe Eigentum, Lizenz, Vertraulichkeit und Kennzeichnung getrennt.

### Wie prüfe ich selbst, ob meine Datei Content Credentials hat?

Ein C2PA-Prüfer oder c2patool kann melden, ob ein Credential gefunden und validiert wird; ExifTool zeigt klassische Metadaten. „Kein Credential gefunden“ beweist aber nicht, dass ein Bild von einem Menschen stammt. C2PA kann eingebettet oder extern referenziert sein, und Soft Bindings können eine Zuordnung nach Metadatenverlust ermöglichen.

## Quellen

- [Leonardo AI Terms of Service, Stand 19.01.2026](https://leonardo.ai/terms-of-service)
- [Leonardo Help Center: „Commercial Usage“ — kommerzielle Nutzung bei Free und Paid (abgerufen am 07.08.2026)](https://intercom.help/leonardo-ai/en/articles/8044018-commercial-usage)
- [Leonardo Help Center: „Image and video generation visibility settings“](https://intercom.help/leonardo-ai/en/articles/9748859-image-and-video-generation-visibility-settings)
- [Leonardo Help Center: FAQ — Löschen einzelner Generierungen](https://intercom.help/leonardo-ai/en/articles/7051613-frequently-asked-questions)
- [Leonardo Help Center: „How do I delete my account?“](https://intercom.help/leonardo-ai/en/articles/9665417-how-do-i-delete-my-account)
- [Leonardo Help Center: „Generating Video on Leonardo.Ai“ — Wasserzeichen bei Videos](https://intercom.help/leonardo-ai/en/articles/11027827-generating-video-on-leonardo-ai)
- [Leonardo API: „Create a Generation v2“, POST /api/rest/v2/generations](https://docs.leonardo.ai/reference/creategeneration-1)
- [Art. 50 und Art. 111 Abs. 4 KI-Verordnung, konsolidierte Fassung vom 27.07.2026](https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:02024R1689-20260727)
- [Europäische Kommission, Leitlinien zu Art. 50, C(2026) 5054 final, insb. Rn. 113 und 117](https://ec.europa.eu/newsroom/dae/redirection/document/131215)
- [C2PA 2.4: Content Credentials — eingebettete/externe Manifeste und Ableitungen](https://spec.c2pa.org/specifications/specifications/2.4/specs/ContentCredentials.html)
- [C2PA 2.4: Decoupled Content Credentials und Soft Bindings](https://spec.c2pa.org/specifications/specifications/2.4/softbinding/Decoupled.html)
