# Midjourney-Bilder kennzeichnen: sichtbares KI-Label prüfen

> Midjourney dokumentiert keine universelle IPTC-, C2PA- oder sichtbare Kennzeichnung seiner Exporte. Was du deshalb beim konkreten Bild prüfen musst.

**Stand:** 2026-08-07 · **Kanonische Fassung:** https://kihinweis.de/ki-kennzeichnung/midjourney · **Sprache:** de

Herausgeber: kihinweis.de — unabhängiges Informationsportal zur KI-Kennzeichnungspflicht nach Art. 50 der KI-Verordnung (EU AI Act). Kein Angebot einer Behörde, keine Rechtsberatung.

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> **Kurz gesagt**
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> Midjourneys aktuelle Dokumentation bestätigt keine universelle IPTC-, C2PA- oder sichtbare Kennzeichnung für alle Exporte. Einzelne Dateibefunde sind ohne veröffentlichtes Testkorpus nicht verallgemeinerbar. Prüfe deshalb den konkreten Export — und trenne maschinenlesbare Anbieter-Signale von einer möglichen sichtbaren Betreiber-Offenlegung.

Über Midjourney kursieren gegensätzliche Aussagen: „jede PNG ist markiert“ und „Midjourney markiert nichts“. Beides ist ohne produkt- und dateispezifischen Nachweis zu absolut. Die verlinkte Midjourney-Dokumentation beschreibt Tarife, Öffentlichkeit und Nutzung, gibt aber keine belastbare Universalzusage zu IPTC, C2PA oder sichtbaren Wasserzeichen in jedem Export.

## Was in deiner konkreten Datei steckt

Der IPTC-Wert `trainedAlgorithmicMedia` bezeichnet vollständig mit einem trainierten algorithmischen Modell erzeugte Medien. Das Vokabular erklärt damit die **Bedeutung** des Werts, nicht ob Midjourney ihn in jede Datei schreibt. Dasselbe gilt für mögliche Prompt-, Account- oder Job-Felder.

Für einen belastbaren eigenen Test brauchst du mindestens:

- Originaldatei und Hash,
- Modell-/Produktversion, Tarif, Erzeugungs- und Downloadweg sowie Datum,
- genaue Versionen und Befehle des Metadaten-Parsers und C2PA-Validators,
- getrennte Ergebnisse für Original, Upscale, Edit und Export.

Ohne diese Artefakte sind unveröffentlichte Trefferquoten nicht reproduzierbar und beweisen erst recht keine aktuelle Produkteigenschaft. Was ein [C2PA-Manifest](https://kihinweis.de/glossar/c2pa) belegt und was nicht, erklärt das Glossar.

## Metadaten können erhalten bleiben oder verloren gehen

Eine Textsuche im Binärcode ist kein verlässlicher Metadaten-Test; nutze einen passenden Parser. Was danach passiert, hängt vom Werkzeug ab: Ein Editor kann XMP erhalten, entfernen oder neu schreiben. Auch JPEG und WebP können Metadaten tragen; eine Formatkonvertierung entfernt den Marker nicht naturgesetzlich. Ein gewöhnlicher Screenshot übernimmt eingebettete Metadaten dagegen typischerweise nicht.

> **Achtung — Dokumentationsschweigen ist kein Negativbeweis**
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> Dass Midjourneys Hilfe keine universelle C2PA- oder Wasserzeichen-Zusage enthält und am 07.08.2026 kein Midjourney-Produkt auf der C2PA Conforming Products List steht, beweist weder technische Abwesenheit noch Rechtswidrigkeit. Umgekehrt beweist ein Marker in einer einzelnen PNG nicht, dass alle aktuellen Web-, Discord-, Upscale- und Edit-Wege ihn setzen.

## Öffentliche Generierungen und Stealth Mode

Offiziell belegt sind die Regeln zur Sichtbarkeit auf Midjourneys Plattform: Generierungen sind standardmäßig öffentlich; Stealth Mode ist nur in Pro und Mega enthalten. Diese Kontoeinstellung betrifft die Veröffentlichung auf Midjourney, nicht den dokumentierten Inhalt jeder Bilddatei. Aussagen darüber, welche gelöschten Jobs über welche URL weiter erreichbar sind, wären gesondert zu belegen.

## Was die offiziellen Listen aussagen — und was nicht

Die offizielle C2PA Conforming Products List führt am 07.08.2026 kein Midjourney-Produkt. Das bedeutet nur, dass kein Produkt im dortigen Konformitätsprogramm gelistet ist; es beweist nicht, dass keine Midjourney-Datei C2PA oder andere Metadaten enthalten kann.

Midjourney steht auch nicht auf der Signatarliste des freiwilligen Code of Practice. Das ist kein Rechtsverstoß und keine Aussage über die technische Qualität einer konkreten Datei; Nicht-Signatare können Konformität auf andere geeignete Weise darlegen (LL Rn. 148).

Die Tarifdokumentation bestätigt vier Bezahlpläne, keinen Gratisplan und Stealth Mode nur für Pro und Mega. Sie dokumentiert aber nicht universell, ob jeder Export ein sichtbares Wasserzeichen enthält oder nicht. Auch hier gilt: Dokumentationsschweigen ist kein technischer Negativbeweis.

## Terms und EU AI Act getrennt prüfen

Midjourneys Nutzungsbedingungen enthalten keine ausdrückliche universelle Labelklausel. Sie verbieten aber, Empfänger absichtlich über Natur oder Herkunft der Inhalte irrezuführen. Auch eine Gesamtdarstellung ohne ausdrückliche Falschaussage kann kontextabhängig irreführend sein; eine pauschale Vertragsfreigabe für unkommentierte Bilder lässt sich daraus nicht ableiten.

Der AI Act prüft andere Voraussetzungen. Wenn du Midjourney in einer beruflichen Tätigkeit unter eigener Autorität eingesetzt hast, bist du Betreiber. Ist das veröffentlichte Ergebnis außerdem ein Deepfake, musst du es wahrnehmbar offenlegen (Art. 50 Abs. 4). Bloßes Weiterveröffentlichen fremden Materials macht dich nicht automatisch zum Betreiber. Maschinenlesbare Signale ersetzen die sichtbare Offenlegung nicht (LL Rn. 117).

„Beruflich“ ist nicht auf Konzerne beschränkt, aber auch nicht mit jedem unmittelbaren wirtschaftlichen Nutzen gleichzusetzen. Maßgeblich ist der Einsatz im Rahmen einer beruflichen, auch wirtschaftlichen oder nichtwirtschaftlichen Tätigkeit; rein persönliche, nichtberufliche Nutzung ist ausgenommen (LL Rn. 19). Details stehen unter [Wer muss kennzeichnen?](https://kihinweis.de/ki-kennzeichnung/pflicht).

> **Entwarnung — Nicht jedes Midjourney-Bild braucht ein Label**
>
> Die Offenlegungspflicht greift bei Bildern nur für **Deepfakes**. Entscheidend sind der Bezug zu einer existierenden Person, einem Objekt, Ort, einer Entität oder einem Ereignis und der falsche Anschein von Authentizität oder Wahrheit im konkreten Kontext. Fantasy-Stil und Fotorealismus sind nur Indizien. Für offensichtlich künstlerische, kreative, satirische oder fiktionale Werke ist die Art der Offenlegung abgeschwächt, sofern sie überhaupt einen Deepfake darstellen (LL Rn. 119).

## So kennzeichnest du Midjourney-Bilder verlässlich

1. **Rolle und Inhalt einordnen:** Hast du das System unter eigener beruflicher Autorität eingesetzt? Bezieht sich das Ergebnis auf etwas Existierendes und erzeugt der Kontext einen falschen Authentizitäts- oder Wahrheitsanschein?
2. **Wenn erforderlich, sichtbar labeln.** Ein kontrolliert in die Pixel gesetztes Label ist robuster als Metadaten, aber auch dessen Sichtbarkeit muss nach Zuschnitt und Layout geprüft werden. Wie es aussehen und wo es stehen kann, erklärt [Wie kennzeichne ich richtig?](https://kihinweis.de/ki-kennzeichnung/wie).
3. **Original und Prüfprotokoll archivieren.** Bewahre die unveränderte Datei samt Hash, Erzeugungsweg und Prüfergebnis auf. Behaupte ein IPTC-Feld nur, wenn der Parser es in genau dieser Datei gefunden hat.

Wie sich Midjourney im Vergleich zu anderen Generatoren und Kanälen einordnet, zeigt die [Übersicht zur KI-Kennzeichnung](https://kihinweis.de/ki-kennzeichnung). Der belastbare Ausgangspunkt bleibt die konkrete Datei, nicht eine universelle Behauptung aus einer undokumentierten Stichprobe.

**Label rein, bevor das CMS zuschlägt**

Ist eine sichtbare Offenlegung erforderlich, zieh deine Midjourney-Datei in den Editor, setze das EU-Label oder einen klaren Text und exportiere in Eingabeauflösung bis zum Browserlimit. Prüfe danach, ob es im endgültigen Ausschnitt sichtbar bleibt. Dein Bild verlässt dabei deinen Rechner nicht.

[Zum Editor](https://kihinweis.de/editor)

## Häufige Fragen

### Kennzeichnet Midjourney meine Bilder automatisch?

Midjourneys aktuelle Dokumentation bestätigt weder für jede PNG einen IPTC-Marker noch für jeden Tarif und Produktweg ein exportfestes sichtbares Wasserzeichen. Einzelne Dateien können Metadaten enthalten; ohne reproduzierbar dokumentierte Stichprobe darf daraus keine universelle Produkteigenschaft werden. Prüfe deine konkrete Originaldatei.

### Reicht Midjourneys IPTC-Markierung für den EU AI Act?

Nein. Selbst wenn eine Datei den IPTC-Wert `trainedAlgorithmicMedia` enthält, ist das ein maschinenlesbares Signal und kein Abschlussnachweis für Art. 50 Abs. 2. Wenn du Midjourney beruflich unter eigener Autorität zur Erzeugung eines Deepfakes eingesetzt hast, kann zusätzlich eine sichtbare Betreiber-Offenlegung nötig sein. Ob Metadaten eine JPEG- oder WebP-Pipeline überstehen, hängt vom Werkzeug ab.

### Wie prüfe ich Metadaten in einer Midjourney-Datei?

Nutze einen Metadaten-Parser und einen C2PA-Validator statt einer bloßen Textsuche im Binärcode. Dokumentiere Originaldatei, Downloadweg, Modell, Tarif, Datum und Toolversion. Das Ergebnis gilt nur für diese Datei und lässt sich nicht automatisch auf andere Exporte, Upscales oder Bearbeitungswege übertragen.

### Steht mein Prompt wirklich in der Bilddatei?

Midjourneys aktuelle Primärdokumentation belegt nicht, dass jede Original-PNG stets Prompt, Job-ID, Benutzernamen und Erzeugungszeitpunkt enthält. Prüfe die konkrete Datei, bevor du sie weitergibst. Ein Export- oder Dateizeitstempel ist außerdem nicht automatisch ein belastbarer Erzeugungsnachweis.

### Muss ich jedes Midjourney-Bild kennzeichnen?

Nein. Entscheidend ist, ob das Bild im konkreten Kontext einer existierenden Person, einem Objekt, Ort, einer Entität oder einem Ereignis ähnelt und fälschlich authentisch oder wahr wirkt. Fantasy-Stil und Fotorealismus sind nur Indizien. Für offensichtlich künstlerische, kreative, satirische oder fiktionale Werke gilt eine abgeschwächte Offenlegung, sofern die Darstellung dennoch ein Deepfake ist.

### Verlangen Midjourneys AGB eine Kennzeichnung?

Die Terms enthalten keine ausdrückliche universelle Labelklausel, verbieten aber absichtliche Irreführung über Natur oder Herkunft von Inhalten. Ob eine unkommentierte Präsentation im konkreten Kontext irreführt, lässt sich nicht pauschal freigeben. Pflichtbestand und Sanktionen nach dem AI Act sind davon getrennt zu prüfen.

## Quellen

- [Art. 50 KI-Verordnung, konsolidierte Fassung vom 27.07.2026](https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:02024R1689-20260727)
- [Europäische Kommission, Leitlinien zu Art. 50, C(2026) 5054 final vom 20.07.2026, insb. Rn. 12, 19, 112–119 und 148](https://ec.europa.eu/newsroom/dae/redirection/document/131215)
- [Europäische Kommission, FAQ „Transparency obligations under Article 50 AI Act“](https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/faqs/transparency-obligations-under-article-50-ai-act)
- [IPTC, Vokabular „Digital Source Type“ (trainedAlgorithmicMedia vs. algorithmicMedia)](https://cv.iptc.org/newscodes/digitalsourcetype/)
- [Midjourney, Terms of Service (Fassung 27.05.2026), Section 4 und 9](https://docs.midjourney.com/hc/en-us/articles/32083055291277-Terms-of-Service)
- [Midjourney, Community Guidelines (20.01.2026)](https://docs.midjourney.com/hc/en-us/articles/32013696484109-Community-Guidelines)
- [Midjourney, „Comparing Midjourney Plans“ (Stealth Mode nur Pro und Mega)](https://docs.midjourney.com/hc/en-us/articles/27870484040333-Comparing-Midjourney-Plans)
- [Midjourney, „Keeping Your Creations Private“ (Public-by-default, Explore-Seite)](https://docs.midjourney.com/hc/en-us/articles/28014645615373-Keeping-Your-Creations-Private)
- [Midjourney, „Using Images & Videos Commercially“](https://docs.midjourney.com/hc/en-us/articles/27870375276557-Using-Images-Videos-Commercially)
- [C2PA Conformance Explorer — offizielle Conforming Products List](https://spec.c2pa.org/conformance-explorer/)
- [C2PA 2.4 — Dateibindung und Validierung](https://spec.c2pa.org/specifications/specifications/2.4/specs/ContentCredentials.html)
- [Europäische Kommission, „Strong backing for the Code of Practice on Transparency of AI-generated Content“ (Signatarliste, Stand 05.08.2026)](https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/news/strong-backing-code-practice-transparency-ai-generated-content)
