# KI-Produktbeschreibungen kennzeichnen: Googles Extra-Feld

> Typische Produkttexte fallen regelmäßig nicht unter Art. 50 — Public-Interest-Aussagen können es aber. Welche Attribute Google Merchant Center verlangt.

**Stand:** 2026-08-07 · **Kanonische Fassung:** https://kihinweis.de/ki-kennzeichnung/produktbeschreibungen · **Sprache:** de

Herausgeber: kihinweis.de — unabhängiges Informationsportal zur KI-Kennzeichnungspflicht nach Art. 50 der KI-Verordnung (EU AI Act). Kein Angebot einer Behörde, keine Rechtsberatung.

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> **Kurz gesagt**
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> Typische Werbe- und Produktbeschreibungen sind nach den Leitlinien regelmäßig nicht erfasst, weil sie die Öffentlichkeit nicht über eine Angelegenheit von öffentlichem Interesse informieren. Das ist keine pauschale Freistellung: Gesundheits-, Sicherheits- oder Nachhaltigkeitsaussagen können eine vollständige Art.-50-Prüfung auslösen. Unabhängig davon verlangt Google für KI-generierte Titel und Beschreibungen in Merchant-Center-Feeds eigene strukturierte Attribute.

Kaum ein Textfeld im Handel wird so konsequent von KI befüllt wie die Produktbeschreibung — Hunderte Varianten, gleicher Aufbau, wechselnde Attribute. Die Frage, ob das gekennzeichnet werden muss, hat deshalb Gewicht. Nur wird sie meist an der falschen Stelle gesucht: nicht in der KI-Verordnung, sondern in den Richtlinien der Kanäle, über die deine Texte laufen. Wie die europäische Textregel funktioniert, steht im [Überblick zur KI-Kennzeichnung](https://kihinweis.de/ki-kennzeichnung).

## Typische Produkttexte sind regelmäßig nicht erfasst

> **Entwarnung — Der typische Shoptext bleibt außerhalb der Textpflicht**
>
> Die Textpflicht aus (Art. 50 Abs. 4 UAbs. 2) greift nur kumulativ bei einem veröffentlichten Text, der die Öffentlichkeit informieren soll und eine **Angelegenheit von öffentlichem Interesse** betrifft. Die Leitlinien führen typische KI-bearbeitete Werbe- und Produkttexte eines Unternehmens als regelmäßig nicht erfasste Fälle (LL Rn. 131). Das ist keine Freistellung unabhängig vom Inhalt: Bei Aussagen etwa zu Gesundheit, Verbrauchersicherheit oder Nachhaltigkeit ist der vollständige Dreifachtest erneut durchzuführen. Die Details stehen auf der Seite [KI-Texte kennzeichnen](https://kihinweis.de/ki-kennzeichnung/ki-texte).

## Google Merchant Center: die Pflicht, die kaum jemand kennt

Googles Suchdokumentation verweist für Shops ausdrücklich weiter: „For ecommerce sites, Google Merchant Center has policies for AI-generated content." Und dort steht keine Empfehlung mehr, sondern eine Vorgabe.

| Was du übermittelst | Was Google verlangt |
|---|---|
| KI-generierter **Titel** | Attribut `structured_title` statt `title` — mit Unterattribut `digital_source_type` = `trained_algorithmic_media` und dem Text in `content` |
| KI-generierte **Beschreibung** | Attribut `structured_description` statt `description` — ebenso mit `digital_source_type` = `trained_algorithmic_media` |
| KI-generiertes **Bild** | IPTC-Tag `DigitalSourceType`; erhalten bleiben müssen die NewsCodes `TrainedAlgorithmicMedia`, `CompositeSynthetic`, `AlgorithmicMedia` |

Google formuliert das für Beschreibungen ohne Spielraum: „All descriptions created using generative AI must be provided using the structured description `[structured_description]` attribute."

Die Vorgabe gilt im konkreten Kanal: für KI-generierte Daten in Merchant-Center-Feeds, die etwa für Shopping-Anzeigen oder kostenlose Produkteinträge genutzt werden. Sie ist keine allgemeine Pflicht für jeden Produkttext und nicht die einzige denkbare vertragliche Plattformvorgabe — Amazon KDP hat beispielsweise eigene Regeln für Buchinhalte.

> **Achtung — Maschinenlesbar heißt: für Menschen unsichtbar**
>
> Die Merchant-Center-Attribute sind Datenfelder und keine unmittelbar wahrnehmbare Offenlegung. Bei typischen Produkttexten ist das regelmäßig ohne Art.-50-Folge. Betrifft ein veröffentlichter Text dagegen eine Angelegenheit von öffentlichem Interesse, braucht er eine klare Offenlegung, sofern nicht **sowohl** eine menschliche inhaltliche Prüfung **als auch** eine benannte redaktionell verantwortliche Person vorliegen (LL Rn. 133–138). Für ein kennzeichnungspflichtiges Produktbild ist eine sichtbare Offenlegung beim ersten Kontakt erforderlich; ein IPTC-Feld allein genügt dafür nicht. Die Bildseite dazu ist [KI-Kennzeichnung im Online-Shop](https://kihinweis.de/ki-kennzeichnung/online-shop).

## Amazon KDP: die schärfste Definition im Feld

Wer Bücher, Ratgeber oder Produktkataloge über Kindle Direct Publishing veröffentlicht, trifft auf die strengste Regel überhaupt. Amazon verlangt: „We require you to inform us of AI-generated content (text, images, or translations) when you publish a new book or make edits to and republish an existing book through KDP."

Entscheidend ist die Abgrenzung, die Amazon dazu zieht:

| Kategorie | Amazons Definition | Meldepflichtig |
|---|---|---|
| **AI-generated** | „If you used an AI-based tool to create the actual content … it is considered ‚AI-generated,' **even if you applied substantial edits afterwards**" | ja |
| **AI-assisted** | „If you created the content yourself, and used AI-based tools to edit, refine, error-check, or otherwise improve that content" | nein |

Der Halbsatz „even if you applied substantial edits afterwards" ist für KDP entscheidend: Dort zählt für die Meldepflicht, wer den Inhalt ursprünglich erzeugt hat. Beim AI Act ist die Logik anders, aber ebenfalls nicht mit bloßer Prüfung erledigt: Bei einem erfassten Public-Interest-Text müssen menschliche inhaltliche Prüfung und benannte redaktionelle Verantwortung zusammenkommen (LL Rn. 133–138). Ob und wo Amazon die KDP-Angabe für Kundinnen und Kunden sichtbar macht, geht aus den Richtlinien nicht hervor.

## Marktplätze: was belegt ist und was nicht

- **Amazon Marketplace:** Die Kennzeichnungsregel vom 22.07.2026 betrifft **Bilder und Videos** mit fotorealistischen KI-Personen und wird über das Metadaten-Keyword `contains-synthetic-performer` erfüllt. Eine entsprechende Pflicht für KI-generierte **Titel und Beschreibungen** war in unserer Recherche nicht auffindbar.
- **Etsy:** Zahlreiche Fachbeiträge berichten für 2026 über eine verpflichtende KI-Offenlegung im Listing. Etsys eigene Richtlinienseiten waren zum Redaktionsschluss nicht abrufbar — wir führen das deshalb nicht als belegt.
- **eBay und Otto:** Bis 07.08.2026 wurde keine verkäuferseitige Kennzeichnungsregel für Produkttexte gefunden. Das Dokumentationsschweigen beweist weder das technische Fehlen einer Funktion noch eine Freistellung.

## Wo die Kennzeichnungspflicht doch greift

Die Leitlinien nehmen Aussagen etwa zu Gesundheit, Verbrauchersicherheit oder Nachhaltigkeit ausdrücklich nicht in ihr typisches Negativbeispiel auf (LL Rn. 131). Dann ist erneut vollständig zu prüfen, ob der Text veröffentlicht ist, die Öffentlichkeit informieren soll und tatsächlich eine Angelegenheit von öffentlichem Interesse betrifft. Weder ein entsprechendes Wort noch fehlende Prüfung löst die Pflicht allein aus. Liegt der Tatbestand vor, entfällt die Offenlegung nur bei kumulativer menschlicher inhaltlicher Prüfung und benannter redaktioneller Verantwortung (LL Rn. 133–138).

Und daneben steht ohnehin das Wettbewerbsrecht: Falsche Angaben über wesentliche Produktmerkmale sind irreführend (§ 5 UWG), mit KI-Hinweis wie ohne. Sprachmodelle erfinden Maße, Materialien und Zertifikate mit derselben Souveränität, mit der sie richtige nennen — bei Produkttexten ist die Faktenprüfung deshalb nicht nur der Weg aus der Kennzeichnungspflicht, sondern schlicht Pflichtprogramm.

**Text und Produktfoto getrennt prüfen**

Typische Produktbeschreibungen sind regelmäßig nicht erfasst; Public-Interest-Aussagen brauchen den vollständigen Texttest. Beim Bild entscheiden Betreiberrolle und vollständiger Deepfake-Test. Ist eine sichtbare Offenlegung nötig, kannst du sie mit dem optionalen EU-Label, einem deutschen Zusatz oder einem klaren eigenen Hinweis direkt im Bild besonders robust umsetzen.

[Zum Editor](https://kihinweis.de/editor)

## Häufige Fragen

### Muss ich KI-generierte Produktbeschreibungen nach dem EU AI Act kennzeichnen?

Typischerweise nicht. Werbe- und Produkttexte informieren regelmäßig nicht über eine Angelegenheit von öffentlichem Interesse. Bei Aussagen etwa zu Gesundheit, Verbrauchersicherheit oder Nachhaltigkeit musst du aber den vollständigen Test durchführen: veröffentlicht, Information der Öffentlichkeit und Public Interest. Kein einzelnes Stichwort löst die Pflicht automatisch aus.

### Was verlangt Google Merchant Center bei KI-Produkttexten?

Eigene strukturierte Attribute. KI-generierte Titel müssen über das Attribut structured_title übermittelt werden, KI-generierte Beschreibungen über structured_description — jeweils mit dem Unterattribut digital_source_type auf dem Wert trained_algorithmic_media und dem Text im Unterattribut content. Für KI-generierte Bilder verlangt Google zusätzlich den IPTC-Tag DigitalSourceType.

### Ist das Merchant-Center-Attribut zugleich meine KI-Kennzeichnung nach dem AI Act?

Nicht automatisch. Das Attribut erfüllt eine Merchant-Center-Vorgabe, ist aber keine für Menschen wahrnehmbare Offenlegung. Typische Produkttexte fallen regelmäßig nicht unter Art. 50. Bei einem erfassten Public-Interest-Text brauchst du eine klare Offenlegung, sofern nicht eine menschliche inhaltliche Prüfung und eine benannte redaktionell verantwortliche Person kumulativ vorliegen.

### Was gilt bei Amazon KDP für KI-Texte in Büchern?

Eine Meldepflicht. Amazon verlangt, KI-generierte Inhalte — Text, Bilder oder Übersetzungen — beim Veröffentlichen oder erneuten Veröffentlichen anzugeben. Entscheidend ist Amazons Definition: KI-generiert ist der Inhalt schon dann, wenn ein KI-Werkzeug ihn erstellt hat, auch wenn du ihn danach erheblich überarbeitet hast. Nur wer selbst geschrieben und KI ausschließlich zum Verbessern eingesetzt hat, liegt in der Kategorie KI-unterstützt.

### Verlangt Amazon als Marktplatz eine Kennzeichnung KI-generierter Produkttexte?

Belegen ließ sich das nicht. Amazons Regel vom 22. Juli 2026 betrifft fotorealistische KI-Personen in Bildern und Videos und wird über ein Metadaten-Keyword erfüllt — für Titel und Beschreibungen war in unserer Recherche keine entsprechende Pflicht auffindbar. Wer dort veröffentlicht, sollte die aktuellen Verkäuferrichtlinien prüfen.

### Kann ein KI-Produkttext wettbewerbswidrig sein?

Ja, und das ist das größere Risiko. Ein Sprachmodell erfindet Eigenschaften, Maße und Materialien mit derselben Souveränität, mit der es richtige nennt. Falsche Angaben über wesentliche Merkmale sind irreführend nach § 5 UWG — unabhängig davon, ob ein KI-Hinweis danebensteht. Ein Label heilt keinen falschen Inhalt.

## Quellen

- [Google Merchant Center: Richtlinien zu KI-generierten Inhalten (structured_title, structured_description, digital_source_type)](https://support.google.com/merchants/answer/14743464)
- [Google Search Central: „Google Search’s guidance about AI-generated content“ (Verweis auf die Merchant-Center-Richtlinien)](https://developers.google.com/search/docs/fundamentals/using-gen-ai-content)
- [Amazon KDP: Richtlinien zu KI-generierten und KI-unterstützten Inhalten](https://kdp.amazon.com/en_US/help/topic/G200672390)
- [Amazon Seller Forums: Antwort eines Amazon-Mitarbeiters zum Keyword „contains-synthetic-performer“](https://sellercentral.amazon.com/seller-forums/discussions/t/3d99e9b8-96f7-4757-acda-3d1da25a6ee3)
- [IPTC NewsCodes: DigitalSourceType „trainedAlgorithmicMedia“](https://cv.iptc.org/newscodes/digitalsourcetype/trainedAlgorithmicMedia)
- [Europäische Kommission, Leitlinien zu Art. 50, C(2026) 5054 final vom 20.07.2026, insb. Rn. 117, 130–131](https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/library/guidelines-transparency-obligations-providers-and-deployers-ai-systems)
- [Konsolidierte KI-Verordnung, Stand 27.07.2026, insbesondere Art. 50](https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:02024R1689-20260727)
- [Wettbewerbszentrale, Leitfaden „Kennzeichnung KI-generierter Inhalte“, v1.1, 04.02.2026](https://www.wettbewerbszentrale.de/wp-content/uploads/2026/02/2026_2_Leitfaden_KI_generierte_inhalte_1-1.pdf)
