# KI-Kennzeichnung in Werbeanzeigen: Google Ads und Meta Ads

> Google Ads gibt eingebrannte KI-Labels frei, Metas Label sitzt im Drei-Punkte-Menü. Wann du KI-Bilder in Werbeanzeigen kennzeichnen musst — und wie es geht.

**Stand:** 2026-08-07 · **Kanonische Fassung:** https://kihinweis.de/ki-kennzeichnung/werbeanzeigen · **Sprache:** de

Herausgeber: kihinweis.de — unabhängiges Informationsportal zur KI-Kennzeichnungspflicht nach Art. 50 der KI-Verordnung (EU AI Act). Kein Angebot einer Behörde, keine Rechtsberatung.

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> **Kurz gesagt**
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> Bezahlte Werbung ist regelmäßig beruflich. Trotzdem bleibt die Rollenprüfung: Betreiber ist, wer den KI-Einsatz und die tatsächliche Nutzung unter eigener Verantwortung bestimmt. Danach folgen Deepfake-Test und Sichtbarkeit. Google erlaubt KI-Offenlegungen ausdrücklich im Creative; bei Meta hängt die rechtliche Bewertung davon ab, wo das konkrete Label beim ersten Kontakt erscheint.

Werbeanzeigen sind ein häufiger Anwendungsfall der KI-Kennzeichnungspflicht. Viele Werbetreibende gehen davon aus, dass die Plattform die Offenlegung vollständig übernimmt. Google und Meta bieten zwar eigene Mechanismen; ob diese Art. 50 erfüllen, hängt aber von der konkreten Sichtbarkeit beim ersten Kontakt ab. Die Grundlagen stehen im [Überblick zur KI-Kennzeichnungspflicht](https://kihinweis.de/ki-kennzeichnung).

## Warum auch bei Ads die Rollenprüfung bleibt

Der Anzeigenkontext ist regelmäßig beruflich. Das macht Auftraggeber, Media-Einkäufer oder Publisher aber nicht automatisch zum Betreiber. Entscheidend ist, wer über Einsatz, Zweck und Art der KI-Nutzung verantwortlich entscheidet; die reine Übernahme eines fremden Creatives genügt nicht (LL Rn. 14–17). Erst dann folgt die inhaltliche Frage: Ist das Motiv ein Deepfake?

Für Produktanzeigen nennen die Leitlinien Farbkorrektur, Hintergrund-Erweiterungen, ästhetischen Hintergrundtausch, Umgruppieren und Reskalieren als regelmäßig geringfügige Beispiele (LL Rn. 116). Das sind keine starren Ausnahmen. Auch bei unverändertem Produkt kann eine realistisch erfundene Person, Umgebung oder Nutzungsszene ein Deepfake sein; stets ist der vollständige Kontext zu prüfen. Die Details stehen unter [KI-Bilder im Online-Shop](https://kihinweis.de/ki-kennzeichnung/online-shop).

## Google Ads: die Sperre, die Google für dich geöffnet hat

> **Entwarnung — Text-Overlays und Wasserzeichen sind für KI-Labels freigegeben**
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> Seit Juli 2026 dürfen Werbetreibende Text- oder visuelle Kennzeichnungen **direkt in Bild- und Video-Creatives** einfügen. Google stellt klar, dass diese KI-Offenlegungen nicht gegen die einschlägigen Richtlinien zu Text-Overlays und Wasserzeichen verstoßen. Das passt zu der im freiwilligen Code of Practice für Unterzeichner vorgesehenen Einbettung (CoP Measure 1.2.1), ist aber nicht die einzig denkbare gesetzeskonforme Form.

Dazu kommt eine neue **KI-Label-Einstellung**, die über Google Ads, Display & Video 360, Campaign Manager 360, das Merchant Center und den Ads Editor ausgerollt wird. Assets, die mit Googles eigenen KI-Werkzeugen erstellt wurden, kennzeichnet Google gegebenenfalls automatisch. Wichtig ist dabei Googles eigener Vorbehalt: Die Nutzung der Einstellung garantiert keine Rechtskonformität — Google rät ausdrücklich, sich rechtlich beraten zu lassen und selbst dafür zu sorgen, dass Anzeigen und Assets allen lokalen Verpflichtungen entsprechen. Übersetzt: Das Häkchen ist eine Hilfe, kein Nachweis.

## Meta Ads: das KI-Label sitzt im falschen Menü

Meta kennzeichnet Anzeigen mit dem Label **„KI-Info“**, wenn sie vollständig mit Metas generativen KI-Funktionen für Creatives erstellt oder damit erheblich verändert wurden. Kleinere oder unwesentliche Anpassungen wie Bildgröße oder Farbkorrektur sind ausgenommen. Entscheidend ist aber nicht das Ob, sondern das Wo.

> **Achtung — Menühinweise sind regelmäßig zu versteckt**
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> Metas Hilfebereich beschreibt für bestimmte Fälle ein „KI-Info“-Label im Drei-Punkte-Menü „Informationen zu dieser Werbeanzeige“. (LL Rn. 142) nennt unter Menüebenen verborgene Informationen als regelmäßig nicht klar und unterscheidbar. Erscheint der Hinweis dagegen bei fotorealistischen KI-Menschen direkt neben „Anzeige“, ist die Sichtbarkeit gesondert zu bewerten. Entscheidend ist die konkrete Ausgabe beim ersten Kontakt, nicht der Produktname des Plattformtools.

Bei **fotorealistischen KI-Menschen** erscheint das „KI-Info“-Label laut Meta direkt neben „Anzeige“. Für Drittanbieter-KI kündigte Meta im Juni 2026 einen beginnenden, regional variierenden Rollout über branchenübliche Signale an. Gleichzeitig beschreibt der aktuelle Hilfetext noch Fälle, in denen Drittanbieter-Tools kein Label erhalten. Verfügbarkeit und Ergebnis sind deshalb nicht garantiert; prüfe die konkrete Anzeige vor dem Start.

## Was die Plattform macht — und was du zusätzlich machen musst

| | Google Ads | Meta Ads |
|---|---|---|
| Eigenes Label | KI-Label-Einstellung, teils automatisch bei Google-KI-Assets | „KI-Info“ bei Meta-KI; Erkennung von Drittanbieter-Signalen im regional variierenden Rollout |
| Dokumentierte Platzierung | konkrete Ausgabe der Einstellung prüfen | je nach Fall Drei-Punkte-Menü oder bei fotorealistischen KI-Menschen neben „Anzeige“ |
| Eingebranntes Label erlaubt? | **Ja, ausdrücklich** | Keine ausdrückliche Freigabe dokumentiert |
| Erfüllt das Plattform-Label (Art. 50 Abs. 4)? | nur nach Prüfung der tatsächlichen Sichtbarkeit bewertbar | Menühinweis regelmäßig zu schwach; direkt sichtbarer Hinweis kontextbezogen prüfen |
| Robuste Zusatzmaßnahme | Label im Creative + Einstellung setzen | Label im Creative + Offenlegung nutzen, wo vorhanden |

(LL Rn. 12) verlangt angemessene Maßnahmen, damit die Offenlegung beim Erstkontakt klar und unterscheidbar angezeigt wird — gegebenenfalls auch über Verträge mit Vertriebspartnern und geeignete UX-Einstellungen. Ein hinreichend klares Plattformtool kann nach (LL Rn. 126) beitragen oder genügen. Weil Ausspielungen variieren können, ist ein Label im Creative häufig die robusteste zusätzliche Maßnahme, aber nicht die einzig rechtlich mögliche.

## Wahlwerbung: strenger, formalisierter, mit vorgegebenen Formulierungen

Politische Werbung läuft in einem eigenen Regime. Google verlangt Offenlegungen „für alle Wahlanzeigen mit synthetischen oder digital veränderten Inhalten“; aktiviert wird das über ein Kästchen „Veränderte oder synthetische Inhalte“ in den Kampagneneinstellungen. Die eigentliche Einblendung erzeugt Google **nur in bestimmten Formaten** automatisch — Feeds auf Smartphones, Shorts auf Smartphones sowie In-Stream auf Computer, Smartphone, mobilem Web und TV. In **allen anderen Formaten** musst du die Offenlegung selbst deutlich einfügen. Google akzeptiert dafür Formulierungen wie „Der Inhalt wurde verändert oder synthetisch erstellt.“ oder „Dieses Bild stellt keine realen Ereignisse dar.“ Bei Meta müssen Werbetreibende für Anzeigen zu sozialen Themen, Wahlen und Politik selbst angeben, ob Bild, Video oder Audio digital erstellt oder verändert wurde.

## Agentur, Freelancer, Inhouse — wer kennzeichnet?

Die Pflicht folgt der tatsächlichen Kontrolle. Setzt eine juristische Person Auftragnehmer unter ihrer Verantwortung ein und bestimmt KI-Einsatz und Nutzungsweise, bleibt sie Betreiber. Entscheidet eine Agentur dagegen eigenständig über den KI-Einsatz und kontrolliert der Auftraggeber weder Einsatz noch Nutzungsweise, kann die Agentur selbst Betreiber sein (LL Rn. 14). Rollen, Offenlegung und Freigabe gehören deshalb ausdrücklich in Vertrag und Prozess.

Ein letzter Hinweis in die Gegenrichtung: Die Wettbewerbszentrale formuliert für Werbung mit KI die Regel „Wer KI verspricht, muss KI bieten“. Das Kennzeichnungsthema hat also zwei Seiten — verschwiegener KI-Einsatz ist ein Problem, behaupteter KI-Einsatz ohne Substanz ebenfalls.

**Ein kanalübergreifend robustes Creative**

Google erlaubt KI-Offenlegungen im Creative ausdrücklich; bei Meta variiert die sichtbare Ausgabe. Ergibt die Rollen- und Deepfake-Prüfung eine Offenlegungspflicht, ist ein direkt im Motiv sichtbares, optionales EU-Label mit deutschem Zusatz eine robuste Zusatzmaßnahme. Nutze daneben die vorhandenen Plattformfelder und kontrolliere die tatsächliche Ausspielung.

[Zum Editor](https://kihinweis.de/editor)

## Häufige Fragen

### Muss ich jede Werbeanzeige kennzeichnen, in der KI im Spiel war?

Nein. Der Anzeigenkontext ist regelmäßig beruflich, doch Betreiber ist nur, wer Einsatz und tatsächliche Nutzung des KI-Systems unter eigener Verantwortung bestimmt. Danach folgt der Deepfake-Test. Bildoptimierung, Zuschnitt oder ästhetischer Hintergrundtausch sind regelmäßig geringfügig, aber keine starre Ausnahme; Motiv und Kontext bleiben maßgeblich.

### Lehnt Google Ads ein ins Bild eingebranntes KI-Label ab?

Nein. Seit Juli 2026 dürfen Werbetreibende Text- oder visuelle KI-Offenlegungen direkt in Bild- und Video-Creatives einfügen; Google nimmt sie von den entsprechenden Verboten für Text-Overlays und Wasserzeichen aus. Der freiwillige EU-Code nennt die Einbettung für seine Unterzeichner als robuste Umsetzung, schreibt sie aber nicht allen Betreibern exklusiv vor.

### Reicht Metas „KI-Info“-Label für den EU AI Act?

Das hängt von der konkreten Platzierung ab. Ein Hinweis nur im Drei-Punkte-Menü ist nach den Leitlinien regelmäßig nicht klar genug; bei fotorealistischen KI-Menschen beschreibt Meta dagegen eine direkte Anzeige neben „Anzeige“. Der freiwillige Code of Practice verlangt für seine Unterzeichner Erkennbarkeit ohne Nutzerinteraktion. Prüfe die tatsächliche Ausspielung beim ersten Kontakt.

### Was gilt für politische Werbung und Wahlwerbung?

Dort greift ein eigenes, strengeres Regime. Google verlangt Offenlegungen für alle Wahlanzeigen mit synthetischen oder digital veränderten Inhalten und erzeugt die Einblendung nur in bestimmten Formaten automatisch — in allen anderen musst du selbst eine deutliche Offenlegung ins Creative setzen. Meta verlangt bei Anzeigen zu sozialen Themen, Wahlen und Politik ebenfalls eine eigene Angabe des Werbetreibenden.

### Kann ich ein automatisch gesetztes KI-Label wieder entfernen?

Dafür wurde bis 07.08.2026 kein belastbarer Meta-Primärbeleg gefunden. Verlass dich deshalb weder auf eine zugesicherte Unentfernbarkeit noch auf eine bestimmte Sanktionsfolge. Maßgeblich sind die aktuelle Oberfläche und die jeweils geltenden Meta-Richtlinien.

### Meine Agentur produziert die Creatives — muss trotzdem ich kennzeichnen?

Nicht automatisch. Betreiber ist, wer Einsatz, Zweck und Art der KI-Nutzung verantwortlich bestimmt. Beauftragt und kontrolliert dein Unternehmen den KI-Einsatz, bleibt es Betreiber; entscheidet die Agentur eigenständig über KI-Einsatz und Nutzungsweise, kann sie selbst Betreiber sein. Rollen und Freigabe sollten vertraglich eindeutig geregelt werden.

## Quellen

- [Google Ads-Richtlinien: „Aktualisierung der Anforderungen für die Kennzeichnung von KI-Inhalten“ (Juli 2026)](https://support.google.com/adspolicy/answer/17257106?hl=de&ref_topic=16794025)
- [Google Ads-Richtlinien: Politische Inhalte — Offenlegung synthetischer oder digital veränderter Wahlwerbung](https://support.google.com/adspolicy/answer/6014595?hl=de)
- [Meta Hilfebereich: „Wie KI-generierte Bilder in Werbeanzeigen auf Meta erkannt und gekennzeichnet werden“](https://www.meta.com/help/artificial-intelligence/355108217670024/)
- [Meta Newsroom: „Gen AI transparency in Meta's ads products“ (03.02.2025, Update 01.06.2026)](https://about.fb.com/news/2025/02/gen-ai-transparency-metas-ads-products/)
- [Europäische Kommission, Leitlinien zu Art. 50, C(2026) 5054 final vom 20.07.2026, insb. Rn. 12, 14, 116, 142–143](https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/library/guidelines-transparency-obligations-providers-and-deployers-ai-systems)
- [Code of Practice on Transparency of AI-Generated Content, final vom 10.06.2026, Sub-measure 1.2.1](https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/policies/code-practice-ai-generated-content)
- [Wettbewerbszentrale, Leitfaden „Wenn KI die Werbung macht“, v1.1, 04.02.2026](https://www.wettbewerbszentrale.de/wp-content/uploads/2026/02/2026_2_Leitfaden_KI_generierte_inhalte_1-1.pdf)
