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EU AI Act 2026: die KI-Verordnung einfach erklärt

Was ist der AI Act, welche Regeln gelten schon und wo findest du den deutschen Gesetzestext? Hier bekommst du Zusammenfassung, Risikoklassen, aktuellen Stand und die Umsetzung in Deutschland aus Primärquellen.

Zuletzt geprüft: 14. August 2026Verordnung (EU) 2024/1689 · Stand nach Digital Omnibus

EU AI Act: Was ist das?

Der AI Act ist das erste umfassende EU-Regelwerk für künstliche Intelligenz. Sein amtlicher deutscher Titel lautet Verordnung über künstliche Intelligenz; geläufig sind außerdem KI-Verordnung, KI-VO und EU AI Act. Alle Bezeichnungen meinen denselben Rechtsakt: die Verordnung (EU) 2024/1689.

Die Verordnung gilt nicht pauschal nach dem Motto „KI ist erlaubt oder verboten“. Entscheidend sind die Rolle eines Akteurs, der Zweck des Systems und das konkrete Risiko. Anbieter entwickeln oder vermarkten Systeme, Betreiber nutzen sie unter eigener Verantwortung. Für Modelle mit allgemeinem Verwendungszweck, sogenannte GPAI-Modelle, gibt es zusätzlich eine eigene Regelungsschiene.

AI Act: aktueller Stand im August 2026

DatumWas gilt?
1. August 2024Die KI-Verordnung tritt in Kraft.
2. Februar 2025Artikel 4 zur KI-Kompetenz und die Verbote aus Artikel 5 werden anwendbar.
2. August 2025Governance- und GPAI-Regeln werden anwendbar.
27. Juli 2026Der Digital Omnibus, Verordnung (EU) 2026/1744, tritt in Kraft und ändert unter anderem Artikel 4, Artikel 50 und Hochrisiko-Fristen.
2. August 2026Die Transparenzpflichten aus Artikel 50 gelten. Deutschland hat kurz zuvor mit dem KI-MIG Behörden und Verfahren geregelt.
2. Dezember 2027 / 2. August 2028Die verschobenen Hochrisiko-Pflichten gelten zuerst für Systeme nach Art. 6 Abs. 2 und Anhang III, später für die Produktrechtsroute nach Art. 6 Abs. 1.

Für KI-Kennzeichnung ist die Verschiebung der Hochrisiko-Termine keine Schonfrist. Artikel 50 gilt seit dem 2. August 2026; nur Anbieter bestimmter generativer Bestandssysteme haben für die maschinenlesbare Markierung nach Absatz 2 bis zum 2. Dezember 2026 Zeit. Die Omnibus-Analyse trennt diese Termine.

Die vier Risikoklassen der KI-Verordnung

Die EU-Kommission erklärt den AI Act mit vier Risikostufen. Diese Pyramide ist eine verständliche Orientierung; im Gesetz entscheiden die konkreten Artikel und Anhänge.

RisikostufeRechtsfolgeBeispiel
Unannehmbares RisikoBestimmte Praktiken sind nach Art. 5 verboten.bestimmte manipulative, ausbeuterische oder biometrische Praktiken
Hohes RisikoStrenge Anforderungen an Anbieter und Betreiber nach Kapitel III.bestimmte Systeme in Medizinprodukten, Beschäftigung, Bildung oder kritischer Infrastruktur
Begrenztes RisikoVor allem Transparenzpflichten nach Art. 50.Chatbots, Deepfakes und bestimmte KI-generierte Inhalte
Minimales oder kein RisikoKeine zusätzlichen Pflichten allein aus dieser Risikostufe; anderes Recht gilt weiter.viele alltägliche Assistenz- und Empfehlungssysteme

Die Risikoklassen im Detail erklären, wann ein System wirklich als hochriskant gilt, wo „Limited Risk“ einzuordnen ist und warum GPAI-Modelle eine zusätzliche Regelungsachse bilden.

Limited Risk im EU AI Act

Limited Risk oder begrenztes Risiko ist kein in Artikel 3 definierter Rechtsbegriff. Die Kommission nutzt ihn für Systeme, bei denen Transparenz statt eines umfassenden Hochrisiko-Regimes im Mittelpunkt steht. Ein Chatbot kann deshalb über seine KI-Natur informieren müssen; ein Betreiber kann einen Deepfake offenlegen müssen. Ob die Pflicht greift, ergibt sich nicht aus dem Etikett „limited risk“, sondern aus den Voraussetzungen des jeweiligen Absatzes von Artikel 50.

EU AI Act auf Deutsch: Gesetzestext, PDF und Zusammenfassung

Den aktuellen konsolidierten deutschen Gesetzestext findest du bei EUR-Lex als HTML. Der amtliche Originaltext von 2024 als PDF bleibt abrufbar, enthält aber spätere Änderungen wie den Digital Omnibus noch nicht.

Die konsolidierte HTML-Fassung ist der praktischste aktuelle Lesestand und berücksichtigt insbesondere den Digital Omnibus. Rechtsverbindlich sind der im elektronischen Amtsblatt veröffentlichte Ausgangsakt und die jeweiligen Änderungsakte. Eine Zusammenfassung ersetzt diese Texte nicht, hilft aber bei der Navigation: Artikel 4 regelt KI-Kompetenz, Artikel 5 Verbote, Artikel 6 die Hochrisiko-Einstufung und Artikel 50 die Transparenzpflichten.

EU AI Act in Deutschland: keine zweite KI-Verordnung

Der AI Act gilt als EU-Verordnung unmittelbar in Deutschland. Das am 29. Juli 2026 in Kraft getretene KI-Marktüberwachungs- und Innovationsförderungsgesetz, kurz KI-MIG, setzt den Inhalt nicht neu um. Es verteilt Aufsicht, Beschwerden und Förderaufgaben. Die Bundesnetzagentur ist allgemeine Marktüberwachungsbehörde, soweit Produkt-, Finanz-, Landes- oder Medienzuständigkeiten nicht vorgehen. Die Einzelheiten stehen unter AI Act in Deutschland.

Artikel 4 und Artikel 50: zwei häufig gesuchte Pflichten

Vertiefungen und Primärquellen

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Häufige Fragen zum EU AI Act

Was ist der EU AI Act?

Der EU AI Act ist die Verordnung (EU) 2024/1689 über künstliche Intelligenz. Sie gilt unmittelbar in den EU-Mitgliedstaaten und ordnet Pflichten nach Rolle, Systemart, Einsatzzweck und Risiko. In Deutschland heißt sie meist KI-Verordnung oder KI-VO.

Wo finde ich den EU AI Act auf Deutsch als PDF?

EUR-Lex stellt den amtlichen deutschen Originaltext von 2024 als PDF bereit. Die konsolidierte HTML-Fassung ist der praktischste aktuelle Lesestand und berücksichtigt spätere Änderungen. Rechtsverbindlich sind der im elektronischen Amtsblatt veröffentlichte Ausgangsakt und die jeweiligen Änderungsakte, insbesondere die Verordnung (EU) 2026/1744.

Welche Risikoklassen kennt die KI-Verordnung?

Die EU-Kommission erklärt den AI Act mit vier Stufen: unannehmbares, hohes, begrenztes sowie minimales oder kein Risiko. Rechtlich entscheidend sind die konkreten Tatbestände: Verbote in Artikel 5, Hochrisiko-Einstufung nach Artikel 6 und Transparenzpflichten insbesondere nach Artikel 50.

Was bedeutet „Limited Risk“ im EU AI Act?

„Limited Risk“ oder „begrenztes Risiko“ ist eine erklärende Kategorie der EU-Kommission, kein eigener definierter Rechtsbegriff. Gemeint sind vor allem Systeme mit besonderen Transparenzpflichten, etwa Chatbots oder bestimmte generative Inhalte nach Artikel 50.

Wie ist der aktuelle Stand des AI Acts im August 2026?

Artikel 4 gilt seit dem 2. Februar 2025. Die GPAI-Regeln gelten seit dem 2. August 2025. Der Digital Omnibus änderte die Verordnung mit Wirkung zum 27. Juli 2026; die Transparenzpflichten aus Artikel 50 gelten seit dem 2. August 2026.

Gilt der EU AI Act in Deutschland?

Ja. Als EU-Verordnung gilt er unmittelbar. Das deutsche KI-MIG schafft kein eigenes deutsches AI-Act-Regelwerk, sondern regelt Behörden, Verfahren, Beschwerden und Innovationsförderung. Allgemeine Marktüberwachungsbehörde ist die Bundesnetzagentur, soweit keine Spezialzuständigkeit greift.

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