KI-Kennzeichnungspflicht: Was seit dem 2. August 2026 gilt
Der komplette Einstieg: Grundlagen, alle Plattformen, alle Sonderfälle — und das Werkzeug dazu.

Die materiellen Regeln gelten EU-weit. Wie die KI-Kennzeichnungspflicht in Deutschland vollzogen wird, welche Rolle das KI-MIG spielt und wann die Bundesnetzagentur zuständig ist, steht in der Deutschland-Einordnung.
Die eine Unterscheidung, die alles ordnet
Der AI Act kennt zwei verschiedene Kennzeichnungspflichten: Anbieter entsprechender KI-Systeme müssen erfasste synthetische Ausgaben maschinenlesbar markieren; bloße Standardbearbeitung ohne wesentliche Veränderung ist ausgenommen Art. 50 Abs. 2. Betreiber, die ein KI-System unter eigener Verantwortung nutzen, müssen erfasste Deepfakes für Menschen sichtbar offenlegen Art. 50 Abs. 4. Ein maschinenlesbares Anbietersignal allein ersetzt diese sichtbare Offenlegung nicht. Ein geeignetes Plattform-Werkzeug kann innerhalb der Plattform genügen; ein Hinweis im Bild ist kanalübergreifend meist robuster.
Was musst du kennzeichnen?
Nicht das Dateiformat entscheidet, sondern der jeweilige Tatbestand. Diese vier Einstiege führen zur passenden Prüfung, ohne eine pauschale Pflicht für alle KI-Inhalte zu behaupten.
Drei Vergleiche entscheiden über die sichtbare Pflicht
| Prüffrage | Typischer Nichtfall | Wann du weiterprüfst |
|---|---|---|
| Privat oder beruflich? | rein persönliche Nutzung ohne beruflichen Bezug | geschäftlicher, freiberuflicher oder organisatorischer Einsatz |
| Anbieter oder Betreiber? | bloßes Weiterteilen ohne Kontrolle über die KI-Nutzung | eigene Verantwortung für Einsatz und Art der Systemnutzung |
| Deepfake oder kein Deepfake? | klar fantastische oder offensichtlich stilisierte Darstellung | real oder wahr wirkender Bild-, Ton- oder Videoinhalt |
KI auf Social Media kennzeichnen
Plattformen verwenden unterschiedliche Erkennungs- und Offenlegungswerkzeuge. Die Tabelle ist der Einstieg; die verlinkten Detailseiten enthalten die jeweils geprüften Primärquellen und den aktuellen Stand.
| Plattform | Eigenes Kennzeichnungswerkzeug | Einordnung |
|---|---|---|
| AI info (dt. „KI-Info“) | Nur nach Einzelfallprüfung | |
| „KI-Info“ (engl. „AI Info“) | Nur nach Einzelfallprüfung | |
| TikTok | „AI-generated“ (automatisch) / „creator labeled as AI-generated“ (Toggle) | Nur nach Einzelfallprüfung |
| YouTube | „Made with AI“ (Anzeigesystem „How this content was made“) | Nur nach Einzelfallprüfung |
| „C2PA icon“ (Content Credentials) | Nur nach Einzelfallprüfung | |
| „AI modified“ (bei Anzeigen: „modified with AI“ bzw. „contains an AI-generated person“) | Ersetzt den eigenen Hinweis nicht | |
| X | „Made with AI“ | Nur nach Einzelfallprüfung |
Betrifft mich das überhaupt?
In vielen Fällen greift die sichtbare Pflicht nicht: etwa bei rein privater Nutzung oder wenn ein Inhalt den kontextabhängigen Deepfake-Test nicht erfüllt. Kleine Bearbeitungen und offensichtlich stilisierte Darstellungen sind keine starren Ausnahmen. Nach den unverbindlichen Kommissionsleitlinien gilt für vor dem 2. August 2026 erzeugte Bild-, Ton- und Video-Deepfakes eine besondere Altbestandsregel. Der Schnell-Check führt dich durch die Kriterien.
Zum Schnell-CheckSo kennzeichnest du richtig
- amtliche EU-Icons oder klarer eigener Hinweis
- beim ersten Kontakt klar und unterscheidbar wahrnehmbar
- per geeignetem Plattform-Werkzeug oder kanalübergreifend robust direkt im Inhalt
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In zehn Sekunden erledigt
Setze das amtliche EU-Label direkt im Browser ins Bild — ohne Upload, ohne Anmeldung.
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Deine Anwendung im Detail
SEO-Texte, Produktbilder, Studienarbeiten — konkrete Einsatzfälle mit ihrer jeweils eigenen Antwort auf die Kennzeichnungsfrage.
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Glossar
Häufige Fragen
Gilt die Pflicht für alle KI-Bilder?
Die sichtbare Betreiberpflicht für Bild, Ton und Video betrifft Deepfakes; die maschinenlesbare Anbieterpflicht ist davon getrennt. Die Ausnahmen-Seite führt durch die Voraussetzungen.
Reicht das automatische Label von Instagram oder TikTok?
Ein Plattform-Werkzeug kann innerhalb einer VLOP oder VLOSE genügen, wenn es beim Erstkontakt klar und unterscheidbar offenlegt. Veröffentlichst du denselben Inhalt selbst in einem anderen Kanal, musst du dessen konkrete Darstellung erneut prüfen; unkontrollierte Weitergaben durch Dritte sind keine pauschale Dauerpflicht.
Was kostet ein Verstoß?
Der Höchstrahmen reicht bis 15 Mio. Euro oder 3 % des weltweiten Jahresumsatzes; für KMU gilt der niedrigere Wert. Ob und in welcher Höhe sanktioniert wird, hängt vom Einzelfall ab.
Ab wann gilt die KI-Kennzeichnungspflicht?
Die Transparenzpflichten aus Artikel 50 gelten seit dem 2. August 2026. Eine allgemeine Schonfrist bis Dezember gibt es für Betreiber nicht; die Dezemberregel betrifft nur bestimmte Bestandssysteme auf Anbieterseite.
Gilt die KI-Kennzeichnungspflicht für Privatpersonen?
Rein persönliche, nicht berufliche Nutzung fällt nicht unter die Betreiberpflicht. Wird derselbe Inhalt später geschäftlich eingesetzt oder monetarisiert, muss die neue Verwendung ab diesem Zeitpunkt erneut geprüft werden.
Muss ich ältere KI-Inhalte rückwirkend kennzeichnen?
Nach Randnummer 154 der unverbindlichen Kommissionsleitlinien müssen Bild-, Ton- und Video-Deepfakes, die vor dem 2. August 2026 erzeugt oder manipuliert wurden, bei späterer Exposition nicht rückwirkend offengelegt werden. Bei Text zählt dagegen der Veröffentlichungszeitpunkt. Die Regel zu erheblichen Änderungen betrifft Alt-Systeme im Hochrisiko-Regime, nicht diese Inhaltsregel.
Wie kennzeichne ich KI-Inhalte auf Social Media?
Ein geeignetes Plattform-Werkzeug kann innerhalb der Plattform genügen, wenn es den Hinweis beim ersten Kontakt klar und unterscheidbar zeigt. Für andere Kanäle und Reuploads muss die Darstellung erneut geprüft werden; ein Hinweis direkt im Inhalt ist meist robuster.
Muss KI-Werbung immer gekennzeichnet werden?
Nein. Der Werbekontext macht die Nutzung beruflich, löst die sichtbare Offenlegung aber nicht allein aus. Bei Bild, Ton und Video müssen zusätzlich Betreiberrolle, Deepfake-Eigenschaft und die weiteren Voraussetzungen des Artikel 50 Absatz 4 vorliegen.