X dokumentiert keine klare C2PA-/IPTC-Anzeige wie LinkedIn beziehungsweise Pinterest. Das erlaubt aber nicht den Schluss, sämtliche Metadaten würden immer gelöscht oder X habe keine automatische Erkennung. Maschinenlesbare Anbietermarkierung und sichtbare Betreiberinformation bleiben ohnehin getrennte Pflichten Art. 50 Abs. 2 und 4.
Was X selbst macht
- Eigenes KI-Label
- Ja„Made with AI“ · X bestätigt ausgeweitete Indikatoren in der EU; genaue Position, Composer-Feld und allgemeine Auslöselogik sind öffentlich nicht fest dokumentiert
- Liest Metadaten
- eigene
- Eigene Kennzeichnungsregel
- NeinX kann bei erheblich irreführenden synthetischen oder manipulierten Medien eingreifen. Für nicht gekennzeichnete KI-Konfliktvideos im Revenue-Sharing gilt eine spezielle Monetarisierungsregel.
- Bei Verstoß
- Je nach Schwere, Kontext und Vorgeschichte sind Label, Reichweitenbegrenzung, Entfernung oder Kontomaßnahmen möglich; keine feste Stufenfolge. Im Revenue-Sharing-Sonderfall: 90 Tage Suspendierung, bei Wiederholung dauerhafter Ausschluss.
„Made with AI“: Was das neue Label kann — und was nicht
Xs offizieller Media Literacy Plan bestätigt für Juli 2026 ausgeweitete „Made with AI“-Indikatoren in der EU und verbesserte Erkennung. Er belegt weder den behaupteten Start im März noch ein bestimmtes Fahnen-Symbol, eine feste Position oder eine allgemeine Composer-Funktion. Belastbar sind deshalb drei engere Punkte:
- X nutzt mehrere Signale. Die Authenticity Policy nennt eigene Technologie oder Meldungen; „keine automatische Erkennung“ wäre falsch.
- Die konkrete Sichtbarkeit muss geprüft werden. Die Primärquelle garantiert keine feste Position. Ein im Bild sichtbarer Hinweis bleibt bei vielen Screenshots robuster, ohne dass Art. 50 jede unkontrollierte Drittweitergabe absichern verlangt.
- Es gibt einen engen Monetarisierungsfall: Revenue-Sharing-Creators müssen nicht gekennzeichnete KI-Videos zu bewaffneten Konflikten vermeiden; sonst drohen 90 Tage Suspendierung und bei Wiederholung dauerhafter Ausschluss aus dem Programm.
Wenn X in deiner konkreten Oberfläche eine Offenlegungsoption anbietet oder einen Indikator setzt, nutze und prüfe ihn. Die Primärquelle belegt jedoch keinen allgemein verfügbaren Composer-Schalter; verlass dich deshalb nicht auf eine bestimmte Funktion oder Position.
Metadatenstatus: öffentlich nicht abschließend dokumentiert
Sekundärquellen zur EXIF-Sichtbarkeit belegen nicht, dass X sämtliche Metadaten, C2PA-Manifeste und IPTC-Felder bei jedem Upload löscht. X dokumentiert umgekehrt eigene Erkennung, aber keinen reproduzierbaren C2PA-/IPTC-Verarbeitungsweg. Triff deshalb keine technische Positiv- oder Negativaussage ohne Datei-vorher/nachher-Test für den konkreten Client und Uploadpfad.
Für Art. 50 Abs. 4 ist ohnehin die für Menschen klare Offenlegung entscheidend LL Rn. 117, 142–143. Je nach X-Darstellung kann ein direkt sichtbarer Plattformindikator, klar zugeordneter Post-Text oder Label im Bild genügen. Bild plus Text ist eine robuste Empfehlung, keine zwingende Doppelpflicht.
Community Notes: KI-Unterstützung ohne belastbare Quoten
X beschreibt KI-unterstützte Entwürfe für Community Notes. Daraus folgt weder, dass veröffentlichte Notes mehrheitlich KI-verfasst sind, noch eine mediane Reaktionszeit von wenigen Minuten. Ohne Datensatz, Zeitraum und Methodik sollten solche Zahlen nicht verwendet werden.
Die Logik ist dieselbe wie bei LinkedIns „AI slop“-Button: Transparenz vorab ist robuster als eine nachträgliche Korrektur. Ein klarer Hinweis im Bild oder im unmittelbar zugeordneten Post-Text kann Missverständnisse reduzieren.
Wohin mit dem KI-Label auf X?
Xs Vorschauen können sich nach Client, Format und Anordnung unterscheiden. Bei Mehrbild-Posts ist deshalb jede einzelne Kachel zu prüfen:
Wohin mit dem Label bei X?
| Format | Seitenverhältnis | Platzierungs-Hinweis |
|---|---|---|
| Einzelbild | 16:9 (1600×900) | Darstellung und Beschnitt unterscheiden sich nach Client und Format — konkrete Vorschau prüfen und Hinweis nicht direkt an eine Schnittkante setzen |
| Mehrbild-Post (2–4) | variiert nach Client und Anordnung | Kachelzuschnitte können variieren — jede Vorschau prüfen und einen klar zugeordneten Texthinweis ergänzen, falls das Bildlabel nicht sicher sichtbar ist |
| Bild mit Alt-Text | — | ALT-/GIF-Badges und andere UI-Elemente können das Bild überlagern — konkrete Vorschau prüfen und Hinweis gegebenenfalls verschieben |
Prüfe Position und Größe im fertigen Format: Plattform-Overlays dürfen den Hinweis beim Erstkontakt nicht verdecken.
X veröffentlicht keine festen KI-Label-Safe-Zones. Prüfe Einzel- und Mehrbildvorschau im tatsächlich genutzten Client, halte den Hinweis von UI-Elementen und Schnittkanten fern und ergänze bei unsicherer Bildsichtbarkeit einen klar zugeordneten Post-Text.
Offenlegung in der Vorschau absichern
Ergibt die Betreiber- und Deepfake-Prüfung eine Offenlegungspflicht, ist ein Hinweis in den Pixeln bei vielen Reposts und Screenshots besonders robust. Zieh dein Bild in den Editor, setz das optionale offizielle EU-Label oder einen klaren Freitext und kontrolliere anschließend die konkrete X-Vorschau. Nutze zusätzlich vorhandene Plattformindikatoren.




